Lokales

"Gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit"

ANNEGRET KAPP

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KIRCHHEIM Mit der Beschlussfassung über die Geschäftsordnung und der Wahl von Funktionsträgern und Delegierten bereiteten sie sodann die Umsetzung vor. Sprecher des Jugendrates ist nun Frieder Schumann.

Auf einem Seminar mit der Landeszentrale für politische Bildung hatten die Vertreter der 13- bis 18-Jährigen im Einzugsgebiet der Kirchheimer Schulen zentrale Anliegen herausgearbeitet. Ihre Projektideen präsentierten sie in der öffentlichen Sitzung.

Bei Planungsfragen möchten die Jugendvertreter künftig aktiv mitmischen. Dafür macht sich zum einen die Arbeitsgruppe Stadtentwicklung stark, die Verschönerungen an Schulen und im öffentlichen Raum anstrebt. Die Vorschläge reichten von einer Stadtbegehung mit der Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bis zu einem Aktionstag zur Reinigung öffentlicher Plätze.

Erste Erfolge in der Vermittlung zwischen städtischen Planern und Teenagern hatte die Arbeitsgruppe Sport zu vermelden, die den Jugendräten genau wie ihren vorab befragten Wählern besonders wichtig ist. Die Skater, die sich beim Abbau der Funbox hinter dem Freibad übergangen fühlten, kamen über die gewählten Vertreter mit dem Grünflächenamt ins Gespräch und werden nun selbst konkrete Vorschläge für die Neugestaltung des Skateparks einbringen. Als Delegierte zur Kooperativen Sportentwicklungsplanung wählte der Jugendrat Jonas Müller und Paul Weissinger.

Sehr am Herzen liegt den Jugendräten außerdem das Thema "Integration". Die entsprechende Arbeitsgruppe will einen Dialog über kulturelle und religiöse Schranken sowie über Schularten hinweg. Neben eigenen Projekten will sich der Jugendrat im Integrationsausschuss der Stadt als Ansprechpartner für jugendrelevante Themen einbringen. Dazu bestimmte das Gremium aus seiner Runde Timo Brückel, Björn Ebert und Pia Köber zu Delegierten. Mit verwandten Themen beschäftigen sich die Arbeitsgruppen Kultur und "Gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit". Diese will über die Bedrohung durch rechte Strukturen am Ort wie die "Kameradschaft Kirchheim" aufklären.

Für die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit unterstrich die später zur Pressesprecherin gewählte Lena Weithofer, dass die Arbeit des Rates "nichts nützt", wenn niemand davon erfährt. Deshalb sollen bald Stellwände in den Schulen und eine eigene Website über Projekte und Ansprechpartner informieren. Eine weitere Gruppe kümmert sich um die Einrichtung eines Jugendbüros, das Beratungs- und Freizeitangebote beispielsweise der Kirchen und Vereine vermitteln und als "mündlicher Kummerkasten" des Rats fungieren soll.

Für seine Vorhaben hofft der Jugendrat auf die Unterstützung durch Freiwillige und lädt alle Jugendlichen zur Mitarbeit in den Arbeitsgruppen ein. Weil Gewählte ihre Entscheidungsbefugnis nicht an Nichtgewählte abgeben dürfen, änderte der Rat die Geschäftsordnung auf Anraten der Oberbürgermeisterin, die die Sitzung leitete, dahingehend, dass der Jugendrat selbst über Beschlussempfehlungen der Gruppen abstimmt.