Lokales

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

. . . in dieser lieben Sommerzeit! Ja, endlich ist es Sommer geworden. Endlich ist die kalte Jahreszeit vorbei. Und am nächsten Mittwoch bestätigt uns auch der Kalender, dass es Sommer ist. Wie oft schon haben wir den Sommer mit seinen hellen Sonnenstrahlen herbeigesehnt, und dann ist er auch tatsächlich gekommen. Wie oft schon haben wir die wohltuende Wärme erwartet, und dann hat sie wirklich die Kälte vertrieben. Wie oft schon haben wir uns nach den Früchten unserer Gärten gesehnt, und dann war die Erntezeit endlich gekommen.

Dass es noch jedes Jahr Sommer wird, ist für mich ein Zeichen der Güte Gottes. Auch die anhaltende Naturzerstörung durch uns Menschen konnte das nicht verändern. Gott ist und bleibt der souveräne Schöpfer, der uns Jahr für Jahr einen Sommer mit Wärme, Sonnenstrahlen und Früchten schenkt.

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Das hat auch schon der Berliner Pfarrer Paul Gerhardt vor 350 Jahren entdeckt und in seinem wunderbaren Lied besungen. Und wie viele Generationen von Christen haben seither fröhlich in dieses Sommerlied mit eingestimmt: "Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben." Nur wer nicht vergisst, dass der Sommer mit seinen Wohltaten eine Gabe Gottes ist, kann den Sommer recht genießen.

Aber leider ist der Sommer nicht unendlich. Wie jedes Jahr wird auch dieser Sommer vergehen. Realisten rechnen damit, dass es den Herbst und den Winter gibt, und dass auch der schönste Sommer unweigerlich zu Ende gehen wird. Und genauso ist es auch mit unserem Leben. Auch wenn es noch so schön in dieser Welt ist, dieses Leben wird einmal seinen Herbst und sein Ende haben. Deshalb betet Paul Gerhardt im Blick auf das ewige Leben nach dem Tod: "Erwähle mich zum Paradeis und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen."

Ich wünsche uns allen, dass es auch in uns Sommer werden kann, damit wir vorbereitet sind auf die letzte Reise in Gottes ewige Welt, wo es keinen Herbst und Winter mehr geben wird.

Ekkehard Graf

Pfarrer in Owen