Lokales

Geheimnisvolle Gäste aus den Tundren

Seidenschwänze sind geheimnisvolle Gäste aus den Tiefen der sibirischen Taigawälder und der Tundren. In unregelmäßigen Abständen verlassen sie bei Nahrungsmangel ihre Heimat und erscheinen alle Paar Jahrzehnte in großer Zahl auch in unseren Breiten.

Dieses Phänomen rege seit alters her die Fantasie der Menschen an. Der Aberglaube verband ihr Erscheinen mit bevorstehenden Kriegen und mit drohender Pest: Schon 1631 wurde berichtet, "es seyn viel Leute der sonderlichen Meynung, dass wenn diese Vögel bey uns gesehen, dass, es jederzeyt ein besonder Omen und Bedeutung habe, ja der Principal Hauptstraffen, Krieg, Pest, Theuwrung, oder Hunger mit sich bringe".

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Heute können die Menschen die hübschen starengroßen Vögel mit der auffälligen Haube, dem namengebenden seidenweichen Gefieder und den nur aus der Nähe sichtbaren bunten Wachsblättchen an den Federspitzen, die meist gesellig auftreten, ohne böse Vorahnung bewundern. In Schweden wurden schon im November Schwärme von vielen tausend Vögeln beobachtet und in Norddeutschland werden seit Anfang Dezember Ansammlungen von über 1000 gesehen. Inzwischen haben sie Süddeutschland erreicht und können an Beerensträuchern und nicht abgeerntetem Obst beobachtet werden.

Um diesen seltenen Einflug dokumentieren zu können, sammelt der NABU die Beobachtungen. Telefonische Meldungen mit Zahlen, Nahrung und Ort werden erbeten unter der Telefonnummer 0 70 26/26 39 oder unter Fax 0 70 26/60 08 40. Der NABU will über die Ergebnisse berichten.

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