Lokales

Gehweg, Bäume und Fahrbahnbreite stehen zur Debatte

Flickenteppich und Schottersaum ade: Als letzte Straße in Holzmaden soll nun auch die obere Blumenstraße endgültig ausgebaut werden. Dabei haben die Anwohner ein Wörtchen mitzureden: Sie dürfen in einer Gesprächsrunde ihre Wünsche zur Ausgestaltung mitteilen.

BIANCA LÜTZ

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HOLZMADEN "Die obere Blumenstraße ist mehr oder weniger befahrbar, aber sie ist noch nicht ausgebaut", schilderte Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle in jüngster Sitzung des Gemeinderats die aktuelle Situation. Immer wieder sei er von Anwohnern auf den Zustand der Straße angesprochen worden, sodass sich nun die Frage stelle: "Ausbau oder nicht?"

Einig waren sich die Bürgervertreter der Urweltgemeinde, dass der Ausbau angepackt werden soll auch wenn das Unterfangen automatisch einige Arbeiten an Kanälen und den Austausch einer 40 Jahre alten Wasserleitung mit sich bringt. "Bei den Straßenbauarbeiten wäre durch die Erschütterungen dort ein Rohrbruch vorprogrammiert", sagte Jürgen Riehle und fügte hinzu: "Wenn wir die Straße aber nicht ausbauen, dann müssen wir jetzt auch noch nichts am Kanal und an den Wasserleitungen machen."

Michael Kuckluck-Rothfuß vom Ingenieurbüro Lamparter in Weilheim präsentierte den Bürgervertretern drei unterschiedliche Möglichkeiten für die Gestaltung. Variante eins sieht eine Fortführung des einseitigen Gehstreifens vor, der im bereits ausgebauten Bereich der Blumenstraße besteht. "Es laufen viele Leute in Richtung Feldweg", begründete Kuckluck-Rothfuß den Ansatz eine Beobachtung, die Jürgen Riehle nicht bestätigen konnte. Geplant sind zudem vier Inseln mit Bäumen. Bei an den Fahrbahnrand angrenzenden Mauern soll ein "Schrammbord" angelegt werden eine gepflasterte oder bepflanzte Fläche, die als Abstandhalter dient.

"In der zweiten Variante gibt es eine gemischt genutzte Verkehrsfläche", beschrieb Kuckluck-Rothfuß. Der Gehweg wäre eben und nur noch angedeutet. Nach wie vor ist ein Schrammbord vorgesehen und es würde ein Baum mehr gesetzt als in Variante eins. "Wir hätten dann eine sieben Meter breite Verkehrsfläche, die durch die abwechselnd gesetzten Bäume etwas beruhigt würde", so der Ingenieur. Bei einem dritten Modell, das die Gemeindeverwaltung favorisierte, würde im Vergleich zu Variante zwei auf den Schrammbord und einen der fünf Bäume verzichtet. Außerdem wäre auch kein Gehweg mehr angedeutet.

War sich der Gemeinderat einig, dass der Ausbau getätigt werden solle, so traten zahlreiche unterschiedliche Meinungen zur Ausgestaltung zutage: Insbesondere die Bepflanzung mit Bäumen, die Frage, ob ein Gehweg notwendig sei oder nicht und die Vereinbarkeit von Verkehr und Fußgängern auf den jeweiligen Flächen standen zur Debatte. "Wir müssen überlegen, ob wir einen Gehweg wie in der Ringstraße oder eine gemischt genutzte Fläche wie in der Brunnenstraße wollen," fasste der Bürgermeister zusammen.

Eine Entscheidung wollten die Gemeinderäte nicht treffen, ohne vorher die Bürger angehört zu haben. Jürgen Riehle schlug vor, die Anrainer am 7. Februar zu einer Gesprächsrunde einzuladen, um deren Ideen und Anregungen einarbeiten zu können. "Das ist nicht Pflicht, aber ein Service", so der Schultes. Schließlich müssen die Anlieger per Gesetz auch für den Großteil der Erschließungskosten bezahlen, weil die Straße erstmalig hergestellt wird. Die knapp 20 Parteien in der oberen Blumenstraße werden für 90 bis 95 Prozent der Kosten vom Ingenieurbüro derzeit auf rund 184 000 Euro geschätzt aufkommen müssen, wobei sich der Anteil nach der Grundstücksgröße und der angrenzenden Straßenlänge richtet.

Geplant ist, den Ausbau bis spätestens zum Herbst dieses Jahres fertigzustellen.

INFOAm Dienstag, 7. Februar, um 17 Uhr lädt die Gemeinde die Anwohner der oberen Blumenstraße zu einer Gesprächsrunde über den Straßenausbau ins Rathaus ein.