Lokales

Geld gibt es auf Grundlage der Variante "Mitte"

Die Brücke, die vom Dettinger Bahnhof über die Schienen und die B 465 in Richtung "Untere Wiesen" und Guckenrain führen soll, stand ein weiteres Mal im Mittelpunkt einer ausführlichen Debatte des Gemeinderats. Wieder ist die Debatte ergebnislos verlaufen, obwohl inzwischen sogar die stattliche Höhe des Förderbetrags für die Maßnahme bekannt ist: 517 000 Euro.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Die Dettinger Verwaltung hat wie vom Gemeinderat beauftragt Sondierungsgespräche im Stuttgarter Regierungspräsidium geführt, um zu erfahren, mit welchen Zuschüssen im Falle eines Brückenbaus zu rechnen wäre. Die Antwort war klar und eindeutig. Ihre wesentlichen Aussagen lesen sich in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats folgendermaßen: "Nach Auskunft des Regierungspräsidiums kann der Steg als sogenannte Eisenbahnkreuzungsmaßnahme zu 75 Prozent nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gefördert werden. Grundlage zur Ermittlung der förderfähigen Kosten ist die Variante ,Mitte', da diese aus Sicht des Regierungspräsidiums als die wirtschaftlichere und technisch unproblematische Variante bewertet wird."

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Für den Bau der Variante "Mitte", die eine Rampe nördlich des Bahnhofs und eine zusätzliche Treppe direkt am Bahnhof vorsieht, sind Gesamtkosten von 886 000 Euro veranschlagt. Davon stuft das Regierungspräsidium 689 000 Euro als förderfähig ein, woraus sich ein Förderbetrag in Höhe von 517 000 Euro ergibt. Weil im Regierungspräsidium diese Variante als die sinnvollste in jeder Hinsicht gilt, würde es bei allen anderen Varianten genau denselben Zuschuss als Festbetrag geben. Das bedeutet, dass die Gemeinde bei der Variante "Mitte" mit 369 000 Euro den geringsten Eigenanteil zu tragen hätte. Die Variante "Süd", die im Gemeinderat immer noch zur Debatte steht, würde nämlich mit wesentlich höheren Gesamtkosten zu Buche schlagen.

Ob Zuschuss oder Eigenanteil, Bürgermeister Rainer Haußmann unterstrich in der Sitzung: "Es ist alles das gleiche Geld, nämlich öffentliches Geld. Der Zuschuss allein kann also kein Grund dafür sein, etwas zu tun. Aber wenn wir etwas tun, dann ist der Zuschuss für uns positiv." Um im Falle eines Brückenbaus auch tatsächlich in den Genuss des GVFG-Förderbetrags zu gelangen, hatte die Verwaltung im Gemeinderat beantragt, den Zuschussantrag fristgerecht stellen zu dürfen, das heißt so schnell wie möglich. Innerhalb des Ratsgremiums stieß dieser Vorschlag auf große Bedenken: Es sei besser, die Bürgerversammlung am 20. Oktober abzuwarten und gegebenenfalls danach den Zuschussantrag zu stellen. Der Hinweis der Verwaltung, dass man sich trotz zugesagter Zuschüsse auch später noch gegen den Bau entscheiden könne, führte zu einer hauchdünnen Mehrheitsentscheidung: Mit acht zu sieben Stimmen hat der Gemeinderat die sofortige Antragstellung beschlossen.

Außerdem hat sich das Gremium mehrheitlich dafür entschieden, auch die Kosten für einen behindertengerechten Ausbau der vorhandenen Unterführung berechnen zu lassen. Allerdings hatte Brückenbaufachmann Roland Fischer zuvor bereits darauf verwiesen, dass die Steigung auf der westlichen Seite abgeflacht werden müsse: "Der Trog wäre so zu erweitern, dass er in den Ort reingeht. Wir müssten die Unterführung im Prinzip durch die Vorgärten ziehen. Wer dann direkt an der Straße wohnt, würde in die Unterführung fallen." Das wiederum führte zu dem mehrheitsfähigen Folgeantrag, auch gleich die Kosten für einen Aufzug westlich der Unterführung zu berechnen.