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"Geld investieren, sonst geht die Kultur langsam verloren"

Den ersten Schritt einer historischen Großtat haben die Mitglieder des Förderkreises Alt-Owen vollbracht: Detaillierte Hinweistafeln sollen Besucher auf einem "Owener Stadtrundgang" leiten und dabei mit Daten zu einzelnen Gebäuden sowie zur Stadtgeschichte allgemein aufwarten. Die ersten drei Tafeln im "Unteren Städtle" sind jetzt öffentlich zugänglich.

ANDREAS VOLZ

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OWEN Innerhalb ihrer Stadt haben Experten des Förderkreises Alt-Owen 19 besonders geschichtsträchtige Plätze ausgesucht, auf deren Bedeutung sie durch beschriftete Plexiglastafeln aufmerksam machen möchten. Dazu gehören markante Punkte wie das Schlösslespfarrhaus, die Marienkirche, das Rathaus oder die Bernhardskapelle, die alle auch außerhalb Owens bekannt sind. Andere Punkte, die der "Stadtrundgang" vielleicht erst noch richtig bekannt macht, sind etwa der Stadtgraben am Kühtor, der "Eindachhof" in der Teckstraße oder das "Dienstmannenhaus" in der Rathausstraße.

Bevor es aber so weit ist, dass alle diese Kleinode für geschichtsbewusste Zeitgenossen entsprechend aufbereitet sind, wird noch einige Zeit vergehen. Rainer Laskowski, Erster Vorsitzender des Förderkreises, rechnete beim offiziellen Einweihungstermin der ersten drei Tafeln damit, dass die Fertigstellung aller Hinweisschilder noch zwei Jahre dauern könne. Bis dahin möchte der Förderkreis Alt-Owen für die Touristenströme, die der "Stadtrundgang" in die Teckstadt locken soll, auch einen farbigen Prospekt auflegen.

Rainer Laskowski richtet seinen Blick angesichts der getäfelten Aufwertung der historischen Altstadt in die Zukunft. Zum einen weise der Stadtrundgang voraus auf das Jahr 2011. Dann stehen in Owen die Jubiläumsfeierlichkeiten "750 Jahre Erstnennung" an. Zum anderen sollen die Tafeln auch Kinder und Jugendliche für die Stadtgeschichte begeistern: "Man muss die Kultur festigen, fördern und weitergeben. Das vererbt sich nicht von allein. Da muss man Geld investieren, sonst geht die Kultur langsam verloren."

Zur Kulturerhaltung tragen in Owen auch die weltliche und die kirchliche Gemeinde bei: Den "Stadtrundgang" unterstützen sie einerseits materiell und andererseits, indem sie weitere Prospekte in Aussicht stellen. Beim Ortstermin kündigte Bürgermeister Siegfried Roser eine Broschüre über die Bernhardskapelle an und Pfarrer Ekkehard Graf einen Kirchenführer für die Marienkirche. Vor der Kirche macht jetzt auch Tafel 3 des Stadtrundgangs auf die Sehenswürdigkeiten im Inneren aufmerksam und fügt gleich noch einen praktischen Hinweis für die Terminplanung an: "Die Marienkirche ist sonntags ab dem Gottesdienst bis ca. 18 Uhr an der Südtüre geöffnet."

Rund um den Startpunkt des Rundgangs vor der ehemaligen Kloster- und jetzigen Friedhofsmauer an der Eisenbahnstraße stehen natürlich die Themen "Kloster" und "Kirche" im Vordergrund. Andere Thementafeln sollen sich mit den Mühlen, dem Stadtgrundriss, dem Weinbau, dem Stadtadel, der Flößerei, der Landwirtschaft oder den Gasthäusern befassen. Um die interessierte Bevölkerung aus nah und fern möglichst frühzeitig in den Genuss weiterer Hinweistafeln zu bringen, versprach Rainer Laskowski, wenigstens den Teil des Rundgangs im "Unteren Städtle" noch in diesem Jahr fertig zu stellen. Dann werde auch ein erstes Faltblatt zur Verfügung stehen.