Lokales

"Geld ist gut angelegt"

Die Stadt Owen investiert in die Kinder und das nicht nur einmal im Jahr am Maientag, sondern regelmäßig. Schon seit einigen Jahren beteiligt sich die Kommune an den Kosten für Sprachhilfe nach dem "Denkendorfer Modell". Nun hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, zusätzlich das Projekt "Sprachförderung im Vorschulalter" anzubieten.

ANDREAS VOLZ

Anzeige

OWEN Ziel beider Projekte ist es, die Sprachfähigkeit von Kindern zu verbessern, die in dieser Hinsicht Defizite haben. Während sich die Sprachhilfe nach dem "Denkendorfer Modell" an Ausländer- und Aussiedlerkinder unterschiedlichen Alters wendet, ist die "Sprachförderung im Vorschulalter" wie der Name bereits sagt für Kinder gedacht, die nur noch zwölf bis achtzehn Monate von der Einschulung entfernt sind.

Dafür ist diese Sprachförderung, für die es Zuschüsse von der Landesstiftung Baden-Württemberg gibt, nicht auf die Herkunft beschränkt, sondern steht auch deutschen Kindern offen. Wichtig ist allerdings eine genaue Unterscheidung der jeweiligen Sprachprobleme. Wenn Schwierigkeiten nur bei der Aussprache bestehen, sind nach wie vor Logopäden die richtigen Ansprechpartner. Die Sprachförderung greift dagegen bei Wortschatzdefiziten, oder wenn sich ein Kind im Umgang mit Schriftzeichen und Büchern schwer tut.

Jedes Kind kann nur an einer dieser beiden Maßnahmen teilnehmen. Bürgermeister Siegfried Roser teilte dem Gemeinderat mit, dass die Verwaltung beabsichtigt, die Modelle "Sprachhilfe" und "Sprachförderung" künftig parallel anzubieten. Außer den Kosten für das "Denkendorfer Modell", deren Anteil für die Stadt Owen in den vergangenen fünf Jahren zwischen 1 000 und 2 200 Euro jährlich schwankte, käme also zusätzlich noch eine Summe von rund 900 Euro für zwei Kurse der "Sprachförderung" auf das Stadtsäckel zu.

Genaue Bedarfszahlen liegen allerdings noch nicht vor. Dazu ist zunächst eine "Sprachbestandserhebung" erforderlich. Für die notwendige Qualifizierung der Fachkräfte, die auch begleitend zur Maßnahme eine detaillierte Dokumentation erstellen müssen, veranschlagt die Verwaltung einmalige Kosten von etwa 1 200 Euro. "Ich gehe davon aus, dass das Geld gut angelegt ist", gab Bürgermeister Roser die Marschrichtung vor. Die Ratsmitglieder folgten ihm und sprachen sich einstimmig dafür aus, die "Sprachförderung für Vorschulkinder" in Owen anzubieten und die entsprechenden Zuschüsse der Landesstiftung zu beantragen.