Lokales

Geldstrafen kräftig angehoben

Ab Februar steigen die Bußgelder kräftig – Nicht nur die Raser und Drängler im Visier

Man sollte es ja sowieso nicht tun, doch wenn man es tut, wird es ab dem neuen Jahr so richtig teuer. Keine Mehrwertsteuer steht ins Haus, aber die Strafen für kleinere und größere Verkehrssünder sind per Gesetz kräftig angehoben worden. Ob es zur Abschreckung für die notorischen Raser, Drängler und trinkenden Autofahrer dient, das wird sich wohl erst im Lauf des Jahres zeigen.

Rudolf Stäbler

Kreis Esslingen. Vor allem das Rasen, Drängeln, Alkohol am Steuer und das Überfahren roter Ampeln wird künftig deutlich teurer. Der neue Bußgeldkatalog soll voraussichtlich am 1. Februar 2009 in Kraft treten.

Autofahrer, die anscheinend wenig Zeit haben, die deshalb voller Ungeduld den Vordermann bedrängen, werden dann härter bestraft. Wer bei Geschwindigkeiten von mehr als 80 Stundenkilometern zu wenig Abstand zum Vordermann hält, muss statt bisher 40 Euro bereits mit mindestens 75 Euro Bußgeld rechnen. So beträgt die maximale Strafe bei ungenügendem Sicherheitsabstand und einer Geschwindigkeit von mehr als 130 Stundenkilometern 600 (bisher 400) Euro. Dazu kommen in Flensburg in der Verkehrssünderkartei noch vier Punkte und ein dreimonatiges Fahrverbot hinzu.

Aber auch die „Kapitäne“ der Landstraßen und Autobahnen müssen mit härteren Strafen rechnen. Für die Brummifahrer wird die Geldbuße bei einer Unterschreitung des Sicherheitsabstandes von 50 auf 80 Euro heraufgesetzt. Bei gefährlichen Überholmanövern verdoppelt sich die Geldbuße sogar von 125 auf 250 Euro.

Auch Rücksichtlosigkeit im Straßenverkehr wird dann schärfer geahndet. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Autofahrer vorschriftswidrig Passanten daran hindern, am Fußgängerüberweg die Straße zu überqueren. Das Bußgeld hierfür beträgt dann 80 Euro, dafür „reichten“ bisher 50 Euro. Wer innerhalb geschlossener Ortschaften 21 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs ist, zahlt künftig 80 (bisher 50) Euro Bußgeld. Bei einer Überschreitung von 31 Kilometern pro Stunde werden innerorts statt bisher 100 nun 160 Euro fällig und außerhalb von Ortschaften 120 statt bisher 75 Euro. Raser, die außerorts 50 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs sind, müssen 240 (bisher 150) Euro berappen, bei mehr als 60 Stundenkilometern steigert sich die Summe dann sogar auf 440 Euro.

Liegt die Sichtweite wegen einem Regenguss oder wegen Nebelschwaden bei unter 50 Metern, beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 Kilometer pro Stunde. Wer schneller fährt, darf dann auch in die Geldbörse greifen: 120 Euro werden dann fällig.

Alkohol und Drogen haben natürlich im Straßenverkehr überhaupt nichts verloren. Beide Delikte kosten erwischte Autofahrer beim ersten Mal 500 statt bisher 250 Euro. Die Strafe für unbelehrbare Wiederholungstäter beträgt beim zweiten Verstoß gegen die geltenden Vorschriften 1 000 Euro, beim dritten Mal 1 500 statt 750 Euro.

Auch den Fahranfängern will man noch deutlicher den richtigen Weg weisen. Die Fahrer mit dem erst frisch erstandenen Führerschein, die sich nicht an die bekannten Regeln halten, müssen 250 statt 125 Euro zahlen.

Das Überfahren einer roten Ampel wird nach den neuen Richtlinien mit einer Geldbuße von 90 bis 360 Euro bestraft. Bisher wurde dieses Delikt mit Summen zwischen 50 und 70 Euro bestraft. Das Strafmaß hängt dabei davon ab, wie lange die Ampel schon auf Rot geschaltet war. „Spätes Gelb“, im Volksmund auch Kirschrot genannt, wird mit 90 Euro bestraft. Passiert dadurch allerdings ein Unfall kann die Sache noch wesentlich teurer werden.

Auch für die Fahrer, die nichts von der Vorfahrtsregelung halten, wird die Geschichte ab Februar deutlich kostspieliger. Wird der Lenker dabei von der Polizei erwischt, kostet das 100 Euro. Bisher genügte zur „Schadensregulierung“ die Hälfte. Obwohl sie immer weniger werden, die Bahnübergänge, können die wenigen Verbliebenen ganz schön zur Kostenfalle werden. Ein Fehlverhalten wird den Ertappten künftig 80 bis 240 Euro kosten. Wer gar vorsätzlich, um Zeit zu sparen, Bahnschranken umfährt, muss mit einem Bußgeld von 700 (statt 100) Euro rechnen.

Ein Schlupfloch wird mit der neuen Verordnung ebenfalls gestopft: Wird die Fahrerlaubnis jenseits der deutschen Grenzen erworben, gilt sie nicht mehr, wenn zuvor der deutsche Führerschein entzogen wurde.

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