Lokales

Gelebter Weihnachtsgedanke

Essen der Diakonischen Bezirksstelle an Heiligabend für bedürftige Menschen

Seit über zehn Jahren lädt die Diakonische Bezirksstelle Kirchheim bedürftige und einsame Menschen an Heiligabend zum Weihnachtsessen in die Alleenstraße 74 ein. Etwa 30 Personen nahmen dieses Angebot, das einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration leistet, wahr.

Ein Licht der Hoffnung ist das Weihnachtsessen in Kirchheim jedes Jahr für  Menschen, die einsam und bedürftig sind.Foto: Daniel
Ein Licht der Hoffnung ist das Weihnachtsessen in Kirchheim jedes Jahr für Menschen, die einsam und bedürftig sind.Foto: Daniela Haußmann

Kirchheim. Vor mehr als einem Jahrzehnt kamen zwei Geschäftsleute auf die Mitarbeiter der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim zu. Sie wollten in den Räumen der Einrichtung ein Weihnachtsessen veranstalten, an dem Menschen teilnehmen konnten, die am Rande der Gesellschaft stehen, wie sich Ingrid Riedl bei dem Essen am 24. Dezember erinnerte. „Schon damals stand fest, dass die Organisation dieses Angebots sukzessive in die Verantwortung der Bezirksstelle übergehen sollte“, berichtete die Leiterin. Für Ingrid Riedl war das eine sinnvolle Entwicklung. Schließlich stehe die Diakonische Bezirksstelle, die eine Einrichtung der evangelischen Landeskirche Württemberg ist, für Themen und Werte wie soziale Integration, Teilhabe, Nächstenliebe, Barmherzigkeit oder Hoffnung.

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Über die Jahre entwickelte sich das Weihnachtsessen zu einem Angebot, das mehr und mehr von Menschen wahrgenommen wurde, die beispielsweise an Heiligabend alleine sind oder finanzielle Sorgen haben. Das Spektrum derjenigen, die alljährlich am 24. Dezember in die Bezirksstelle kommen ist groß, wie Ingrid Riedl betonte. „Viele kommen seit Jahren zu uns, um ihre alltäglichen Sorgen und Nöte, die an Heiligabend vielleicht schwerer wiegen, für einige Stunden hinter sich zu lassen“, so die Bezirksstellenleiterin. „Sie kommen mit anderen Teilnehmern ins Gespräch, singen Weihnachtslieder und können Kontakte knüpfen.“

Ähnlich sah es Helene Heck. Sie nimmt seit Bestehen des Weihnachtsessens an der Veranstaltung teil, weil sie das Fest der Liebe nicht alleine verbringen möchte. Über die Jahre hat sie dabei viele Menschen kennengelernt, die sie auch privat trifft. Das Angebot der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim hat für Helene Heck damit einen hohen Stellenwert. Aus ihrer Sicht wird so wertvolle Beziehungsarbeit geleistet, in der sich der Kerngedanke des Weihnachtsfestes wiederfindet. Eine Ansicht, die Margot Glöckner teilt. Die 74-Jährige engagiert sich seit rund vier Jahren ehrenamtlich beim Weihnachtsessen. „Ich lebe als Christin und bin deshalb überzeugt, dass das höchste Fest im Kirchenjahr mit dem Gedanken gefeiert werden sollte, dass Jesus für die Armen und Benachteiligten in die Welt gekommen ist“, sagte Glöckner. „Hier in den Räumen der Bezirksstelle wird dieser Gedanke aktiv praktiziert und deshalb bin ich immer wieder gerne hier, um zu helfen und mit den Teilnehmern zu sprechen.“

Ingrid Riedl zeigte sich überzeugt, dass Angebote wie das Weihnachtsessen der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. „In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr Vereinzelung und die klassischen Nachbarschaftsnetzwerke, die man in der Quartiersarbeit zwar versucht wieder aufzubauen, brechen weg“, so Riedl. „Aber auch in einem Netzwerk muss jemand erst einmal die Initiative ergreifen und beispielsweise ein gemeinsames Fest organisieren. “ Ihr zufolge weckt Heiligabend eine Sehnsucht nach heiler Welt und nach Menschen, denen der Einzelne vertrauen kann und zu deren Gemeinschaft er dazugehört. Gerade deshalb sei das Weihnachtsessen so wichtig, weil hier dieses Bedürfnis zumindest ein Stück weit aufgegriffen und erfüllt werde. Helene Heck jedenfalls war sich sicher, dass sie auch im nächsten Jahr wieder das Angebot der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim wahrnehmen wird, um bei Kaffee, Kuchen und einem Abendessen mit anderen Teilnehmern Lieder zu singen und die Weihnachtsgeschichte zu hören, die Ingrid Riedl vorliest.