Lokales

Gelungene Verbindung von Tradition und Modernem

Manch einen hat es sicher Überwindung gekostet, an einem frostigen Novemberabend aus dem Haus zu gehen. Jedoch beim Betreten der herbstlich geschmückten Bissinger Gemeindehalle, wurden die zahlreichen Besucher der Albvereinsfeier der Ortsgruppe Bissingen-Nabern, mit einer familiären, heimeligen Atmosphäre für ihre Mühe belohnt.

BISSINGEN Dass sich Traditionelles mit Modernem verbinden lässt und dies auf eine sehr harmonische und unterhaltsame Weise, bewies das Programm des Schwäbischen Albvereins der Ortsgruppe Bissingen-Nabern im Rahmen der Jahresfeier eindrucksvoll. Die Eröffnung des Abends gestaltete eine Tanzgruppe vom Albverein Neuhausen mit einer schwäbischen Mazurka und dem Zillertaler Hochzeitstanz in passender Tracht. Ein gelungener Auftakt und die Überleitung zur Begrüßungsrede der Ortsgruppen-Vorsitzenden Renate Steegmaier.

Anzeige

Zunächst ging die Vorsitzende auf die positive Entwicklung des Vereins in diesem Jahr ein, die sich nicht nur in der anhaltend hohen Mitgliederzahl zeigt, sondern auch in der Vielfalt der Aktionen und Programmpunkte sowie der starken Resonanz auf dieses umfangreiche Angebot. Gewürdigt wurde dies ausdrücklich von Ehrengauobmann Heinz Dangel, der krankheitshalber verhindert, in schriftlicher Form seinen Dank für diese "großartige Leistung" aussprach.

Natürlich lebt ein solcher Verein von seinen Aktiven, die unermüdlich in den verschiedenen Bereichen tätig sind. Die verschiedenen Aspekte der Vereinstätigkeiten hob Renate Steegmaier in ihrer Rede hervor. An erster Stelle das Wanderangebot, das auch im zu Ende gehenden Jahr für jeden Naturfreund etwas zu bieten hatte: Schlittenwanderung auf die Teck, Weinberg- und Heilkräuterwanderung, die Vier-Tages-Tour für sehr Sportliche und vieles mehr.

Zentrale Bedeutung innerhalb der Vereinstätigkeiten hat immer auch die Pflege der Landschaft. Die regelmäßig durchgeführten Pflegeeinsätze inklusiv "Putzeten", heißt übersetzt "das Entfernen des zurückgelassenen Mülls", leisten hierzu einen überaus wichtigen Beitrag, ebenso wie die Instandhaltung der Wege und der Markierungen. Insbesondere dem örtlichen Bauhof-Team sprach Renate Steegmaier ihren Dank für die tatkräftige Unterstützung der Aktionen aus.

Auf ein Thema, das ihr, wie man deutlich merkte, persönlich am Herzen liegt, ging die Ortsgruppenvorsitzende im Anschluss ein; die Pflege einer Kultur des rücksichtsvollen Miteinanders und des gemeinsamen Erlebens, auch und vor allem generationenübergreifend. So sehe sie die Aufgabe eines Vereins darin, diese Kultur zu fördern und die heute leider vorherrschende Orientierungslosigkeit durch ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Heimatverbundenheit zu ersetzen.

Im Zuge ihrer Ausführungen erwähnte Renate Steegmaier insbesondere die zahlreichen Aktionen für Familien. Mit der Nikolausfeier auf der Teck, Radtouren und Wanderungen, die speziell auf die verschiedenen Altersgruppen von Kindern abgestimmt sind und mit der Pfingstfreizeit, war wieder vieles geboten. Nicht zuletzt Anne Link, der Familienbeauftragten des Vereins, ist der Erfolg dieser Programmpunkte zu verdanken. Zum Abschluss ihrer Rede betonte Renate Steegmaier ihre Zuversicht, dass diese insgesamt sehr positiven Entwicklungen im nächsten Jahr fortgeführt werden können.

Zusammen mit dem Gauvorsitzenden, Gerhard Böhringer, nahm sie nun die Ehrungen der langjährigen Mitglieder vor. Für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Helene Kerl, Ilse Hahn und Claudia Allgaier. 40 Jahre gehören Eugen Renz, Karl Reinöhl, Ernst Pangerl, Otto Mößner, Marianne Kaufmann, Eva Höneß, Marliese Ehni und Willi Braun dem Albverein an. Auf eine Mitgliedschaft von 50 Jahren können Christel Lutz, Walter Gölz, Fritz Greiner, Rudolf Gölz und Ilse Braun zurückblicken. Und für 60 Jahre Treue zum Albverein wurde Hedwig Mössner ausgezeichnet.

Im Anschluss überraschte die Tanzgruppe aus Neuhausen im völlig veränderten Outfit mit dem Schwarz-Weiß-Tanz. So flogen abwechselnd schwarze und weiße Beinpaare durch die Luft. Beim Anblick der kuriosen Bilder, die sich durch die originelle Choreografie ergaben, brach das Publikum in schallendes Gelächter aus. Ohne eine Zugabe ließ man die Tanzgruppe verständlicherweise nicht von der Bühne.

Die einzigen, die diese kaum erwarten konnten, waren die Albfüchse. Denn die hatten unter der Leitung von Karin und Lisa Rager ein gesungenes und gespieltes Lied einstudiert, das unter dem Titel "Probier's mal mit dem Albverein", mit einer bekannten Melodie aus dem "Dschungelbuch", die Aktivitäten des Albvereins anschaulich und sehr lebendig wiedergab.

Nach einer kleinen Verschnaufpause waren die "Großen" mit ihrem neuen Theaterstück dran. Die "Bissinger Kengala", übersetzt Bissinger Algen wer schon mal im örtlichen See gebadet hat, weiß, wovon die Rede ist hatten durch ihre letztjährige Aufführung selbst sehr hohe Maßstäbe gesetzt, die allerdings auch in diesem Jahr mehr als gehalten wurden. Der Titel "0190 Hier spricht dr Opa" ließ ja den wildesten Spekulationen über den Inhalt des Stücks freien Raum. Und wenn manches Elternteil zu Anfang des Theaterstücks, als dr Opa zweideutige Dialoge mit einer "Dame" am Telefon führte, zweifelte, ob das Stück für seinen Nachwuchs jugendfrei genug wäre, so kam man schnell vor Lachen nicht mehr zum Nachdenken. Eben dieser rüstige, wenn auch Gebrechlichkeit simulierende Opa, eine sehr fürsorgliche Tochter, deren Gatte und die Enkelin standen im Mittelpunkt der Handlung.

Mit viel Gelächter und noch mehr Applaus wurden die Akteure und die künstlerische Leiterin Karin Rager für die schauspielerische Höchstleistung belohnt. Einen Extraapplaus bekam schließlich Petra Dolde, die für die absolut professionelle Maske verantwortlich war.

Ein letztes Mal ergriff Renate Steegmaier das Wort, um sich zu verabschieden. Sie dankte allen, die vor und hinter der Bühne, im Service und in der Küche zum Gelingen dieses Abends beitrugen.

sms