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"Gemalte Poesie" ein Kaleidoskop der weiten Welt

LENNINGEN "Da kehrt mit neuen Liedern der Frühling bei uns ein". Die Illustrationen zu dem "Liederbuch für die Jugend" haben den

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ERIKA HILLEGAART

Künstler Roland Fürstenhöfer aus Heideck in Mittelfranken auch im Ländle bekannt und beliebt gemacht. Jetzt zeigt er im Oberlenninger Schlössle zum zweiten Mal eine Auswahl Radierungen, Mischtechniken und Collagen seiner neuen Arbeiten.

Frei wie ein Lied im Frühlingswind sind die Bildminiaturen dieses Künstlers, es sind Fenster-Blicke in die Welt von Traumgespinsten. Oder sind es Erinnerungen an vogelleichtes Märchenglück? "Gemalte Poesie" ist der Titel der Ausstellung. Die Lenninger Branle-Band führte mit ihrem Renaissance-Sound in die Bilderwelt ein, denn "Alles Poetische soll rhythmisch behandelt werden", schrieb schon der Meister der Poesie, Wolfgang Goethe.

Der freischaffende Künstler Roland Fürstenhöfer ist sich treu geblieben. Er beschreibt bei der Vernissage selbst, was ihn bewegt und was er mit Nadel und Pinsel ins Bild setzen mag. Er nehme die Erfahrungen seines Alltags und verändere sie durch überraschende Zusammenfügungen. Raum und Zeit löse er aus ihren Koordinaten.

"Als Künstler stehen mir die ganze sichtbare Welt und die Welt der Gedanken zur Verfügung und unzählige Dinge können Wohnsitze der Poesie sein." So ist er ein Wanderer durch die Träume und entdeckt jenseits der Schwerkraft neue Wirklichkeiten: Ich kann fliegen. Er überwindet Grenzen der Kulturen: ich kann verstehen. Zeitbarrieren werden geöffnet: ich kann erinnern.

Roland Fürstenhöfer, im Jahr 1949 in fränkischen Fürth geboren, studierte an der Kunstakademie Nürnberg und gewann für seine Miniaturen zahlreiche sowohl nationale als auch internationale Preise. Mit dem Kunstförderpreis der Stadt Fürth begann die preiswürdige Karriere. Jüngst erhielt der Künstler einen ersten Preis in der Kategorie "Abstract and Surrealism" der künstlerischen Gesellschaft von Florida. Einige Urkunden dieser Auszeichnungen sind in einer Vitrine zusammen mit Einladungskarten und Buchillustrationen zu sehen. Die Erfahrungen und Eindrücke bei seinen Studienreisen durch Europa, Türkei Ägypten, Marokko, Russland, China und Florida spiegeln sich in seinen Arbeiten wider. Roland Fürstenhöfer ist einer, der erzählen will von Märchen und Weisheiten, von Wahrheiten und Momenten des Glücks. Manche seiner Bilder gleichen Entwürfen für Teppichweber in Ländern von Tausendundeiner Nacht. Andere Miniaturen sind ein Kaleidoskop der weiten Welt, traumverlorene Reiseimpressionen. Alles fremd Bedrohliche wird gebannt, zumindest zurückgehalten oder für einen Augenblick aufgelöst.

Die Heiterkeit des Herzens ist seine Grundmelodie. Wieder einmal erweist sich das Oberlenninger Schlössle als ideale Bildergalerie und die Organisatoren zeigen ein gutes Gespür bei der Auswahl der Ausstellenden. Bekannten Künstlern, aber auch Kunstschaffenden der Region bieten sie die Möglichkeit der Präsentation. Im Namen des Förderkreises Schlössle und der Gemeindebücherei begrüßte Ev Dörsam die Kunstfreunde. Sie lud die Gäste ein, sich auf die Fantasiereise zu begeben, neue Spielräume zu erobern und skurril-heitere Wirklichkeiten zu entdecken.

"Roland Fürstenhöfer ist ein Geschichtenerzähler, der die Freunde der stillen Augenkunst federleicht glücklich machen will", beschrieb die Leiterin der Bücherei den Künstler. Wegweiser bei der Wanderung durch einen Meerschneckengarten, durch Labyrinthe, Oasenstädtchen und "Moonhattan" sind Fürstenhöfers Bildtitel. Es sind minikleine Gedichte. "Im Herzhaus strahlt ein neuer Stern komm, besteig mein Drachenboot begrabt das Schwert im Tränenfluss kein Käfig ist schön . . ." Es genügt schon ein Wechsel der Blickrichtung, um neu zu sehen. Stets achtet der Künstler sorgfältig auf seine Pinselstriche, seine Linien, Farben und Formen und bringt "ohne Anstrengung sein Bild zustande", wie er seinen Arbeitsprozess selbst beschreibt. Gern hörten die Besucher noch einmal der musizierenden Branle-Band zu, die mit einem Beatles-Klassiker die Besucher aufforderte, in den "Erinnerungsfeldern ihrer Jugendliebe" zu lustwandeln.

Die Ausstellung ist vom 11. April bis zum 6. Mai in den Räumen der Lenninger Gemeindebücherei zu sehen. Die Öffnungszeiten der Bibliothek sind dienstags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr, donnerstags von 15 bis 19.30 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.