Lokales

Gemeinde gibt Rückendeckung

Mit dem "Forum Altern" soll in Dettingen ein neuer Verein gegründet werden. Auslösendes Moment war im Sommer das Ausscheiden des Diakons Jochen Stahl aus dem direkten Dienst der evangelischen Kirchengemeinde. Er hatte sich verstärkt um die Altenarbeit im Ort gekümmert.

MANFRED GAISER

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DETTINGEN Nach erheblichem öffentlichen Wirbel in der Gemeinde bezüglich der Umstände des Ausscheidens des beliebten Seelsorgers scheint zwischenzeitlich eine breit getragene Lösung in Sicht. Jochen Stahl soll fest verankert und finanziell abgesichert im zu gründenden Verein mit dem Namen "Forum Altern" auch weiterhin für die Senioren tätig sein.

Am 12. November wird im Silchersaal der Schlossberghalle die Gründungsversammlung über die Bühne gehen. Im Vorfeld hat eine Initiativgruppe die Grundlagen des Aufgabenbereiches formuliert und die rechtlichen und finanziellen Aspekte abgewogen. Der Verein, der auch unter dem jüngst gegründeten Netzwerk Ehrenamtlicher "Dabei" mitwirken will, sieht sich als Helfer und Ratgeber für die Senioren. "Wir wollen deren Selbstständigkeit unterstützen und Vertrautheit liefern" umreißt Jochen Stahl die Zielsetzung.

Für alternde Menschen ist ein breites Angebotsspektrum geplant ob hilfreiche Gespräche, praktische Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen oder bei der Erledigung von Behördengängen. Angestrebt wird auch die Einrichtung einer "Tagespflege in den eigenen vier Wänden". Zur Auslotung der Bedürfnisse liegt daher im Bürgerservice des Dettinger Rathauses ein Fragebogen aus.

Gesucht werden indes noch aktive Mitstreiter und auch Spender. Menschen, die bereit sind, "Hand in Hand" eine sinnvolle Arbeit zu tun. Hannelore Sokolowski, eine der drei entschlossenen Frauen, die den nicht zu ignorierenden "Aufstand" im Sommer übten, sieht in dem Projekt eine Sache zum Nachdenken: "Der aktive Mensch von heute ist der Alternde von morgen."

Rückendeckung für den Verein gibt es ideell durch die bürgerliche Gemeinde, die sich mit Sachleistungen engagieren will. Die Evangelische Kirchengemeinde hat eine finanzielle Unterstützung zugesichert. Auch der Oberkirchenrat in Stuttgart hat zwischenzeitlich zur Entspannung in Dettingen beigetragen. Nach Anfrage der beiden Gemeindepfarrer Dr. Heiko Krimmer und Wilfried Veeser darf Diakon Stahl weiterhin vorerst allerdings auf ein Jahr begrenzt Gottesdienste und Beerdigungen selbst in Nachbarkommunen durchführen.