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Gemeinde rüstet sich für Unwetter

Nach den starken Regenfällen im vergangenen August hatte der Dettinger Gemeinderat ein Hochwasserschutzkonzept beschlossen. Ein Großteil der Maßnahmen ist bereits über die Bühne gegangen, andere packt die Gemeinde in Kürze an.

BIANCA LÜTZ

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DETTINGEN Die starken Regenfälle im August vergangenen Jahres hatten auch in Dettingen für Überschwemmungen gesorgt. Um für zukünftige Unwetter gerüstet zu sein, stellte die Gemeinde ein Hochwasserschutzkonzept auf, das der Gemeinderat im November absegnete.

In jüngster Sitzung berichtete Jochen Sokolowski, Technischer Leiter im Dettinger Rathaus, den Bürgervertretern nun über die bereits abgeschlossenen Maßnahmen und kündigte an, welche Verbesserungsarbeiten noch anstehen. So wurden an verschiedenen Orten Einläufe gesäubert, neue Schachtdeckel angebracht und größere Einlaufgitter montiert. "Am Lauterufer in der Stelle haben wir eine Mauer errichtet", informierte Jochen Sokolowski. Das Hochwasser hatte die Straße bei der Brücke unterhöhlt.

Im Herbst geht es nun daran, den Eulengreuthgraben auszuräumen und nachzuarbeiten. Damit der Bachlauf in Zukunft nicht so leicht verstopft, würde es die Gemeinde gerne sehen, dass Anlieger ein Auge darauf werfen. "Wir haben die Bitte, dass die Anwohner Patenschaften für den Graben übernehmen", sagte Bürgermeister Rainer Haußmann. Rund 10 000 Euro sind für die gesamte Maßnahme veranschlagt.

Größere Eingriffe sind dagegen im Nachtobel vonnöten. "Der Hochwasserabfluss reicht gerade mal für ein fünfjähriges Regenereignis", erläuterte Ingenieur Siegbert Spies, warum bei stärkerem Regen regelechte Strurzbäche den Berg hinabfließen und teilweise in Wohnhäuser eindringen. Von verschiedenen Lösungsvarianten entschied sich der Gemeinderat dafür, dort im kommenden Jahr einen Entlastungskanal sowie ein neues Einlaufgitter zu errichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 50 000 bis 60 000 Euro.

Ebenfalls im kommenden Jahr steht eine Maßnahme an der Lauter unterhalb der "Schwarzen Falle" an. "Die Uferböschung wurde dort vom Hochwasser unterhöhlt", erläuterte Sokolowski. Wie bereits in der Stelle soll künftig eine Mauer das Ufer stützen. Dafür muss die Gemeinde rund 50 000 Euro einplanen. Beim Schützenhaus und der Fliegergruppe will die Gemeinde außerdem den Verlauf des Kanals ändern, um Stauungen zu vermeiden. 25 000 Euro fallen dafür voraussichtlich an.

Im Dezember vergangenen Jahres ist der Dettinger Hochwasser-Voralarmplan in Kraft getreten. Sobald eine größere Regenmenge fällt, trifft sich automatisch eine Gruppe von Bauhofmitarbeitern und Feuerwehrleuten, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Trotzdem rät Jochen Sokolowski allen Bürgern, denen bei sintflutartigem Regen Hochwasser droht, nicht abzuwarten, sondern lieber gleich 112 zu wählen.

"An den Schwachstellen haben wir außerdem Sandsäcke deponiert", informierte der Technische Leiter. So ist gewährleistet, dass die Einsatzkräfte im Ernstfall schnellen Zugriff auf die rettenen Säcke haben.

Sämtlichen Maßnahmen stimmte der Gemeinderat zu. Die Mittel dafür werden in den Haushalt eingestellt.