Lokales

Gemeinderat billigt die "einfache Lösung"

Schon seit längerer Zeit suchen Rat und Verwaltung der Gemeinde Dettingen nach einer befriedigenden Lösung für die Gastronomie-Situation im Hallenbad. Jetzt war aber erst einmal eine kurzfristige Entscheidung gefragt, um die vorläufige Nachfolge zu regeln: Fristgerecht zum 30. November hatte der bisherige Pächter der Cafeteria gekündigt.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Vier mögliche Lösungen hatte die Verwaltung erarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt: Die "einfachste" würde rund 5 000 Euro kosten und bestünde darin, die marode Küchen- und Thekeneinrichtung fortzuschmeißen und zur Versorgung der Badegäste mit einfachen Speisen und Getränken künftig Automaten aufzustellen. Die "große Lösung" sieht einen eigenständigen Gastronomiebetrieb vor, der unabhängig von den Öffnungszeiten des Hallenbads ganzjährig kulinarische Köstlichkeiten anbieten könnte. Dazu wäre es unter anderem nötig, die Terrasse in einen Wintergarten umzuwandeln. Etwa 200 000 Euro würde diese Variante verschlingen.

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Dazwischen liegen die "einfache" und die "mittlere Lösung". In beiden Fällen werden die technischen Einrichtungen für den Cafeteriabetrieb ausgetauscht und erneuert. Das würde zwischen 25 000 und 30 000 Euro kosten. Bei der "mittleren Lösung" wäre zudem der Personalumkleideraum der Reinigungskräfte in den Gastronomiebetrieb zu integrieren. Die Kosten für die "mittlere Lösung" werden zunächst auf etwa 45 000 Euro beziffert, wobei noch nicht ganz klar ist, wie teuer ein neuer Umkleideraum in der Technik wäre.

Wie hoch diese Kosten tatsächlich sind, wird wohl so schnell auch nicht berechnet, da alle drei Gemeinderatsfraktionen einstimmig dem Verwaltungsvorschlag gefolgt sind, die "einfache Lösung" umzusetzen. "Die Cafeteria bekommt eine Ausstattung, die es ermöglicht, industriell vorgefertigte Güter zu verkaufen", hatte Jochen Sokolowski, der Leiter des Technischen Bereichs in Dettingen, den Gemeinderäten zuvor erläutert.

Zur Finanzierung sind im laufenden Haushaltsjahr keine Mittel vorgesehen, weil ja vor Jahresfrist nicht mit der Kündigung des bisherigen Pächters zu rechnen war. "Die Anzahlung für die Möbelbestellung wäre aber durch Einsparungen an anderen Stellen möglich", führte Sokolowski weiter aus. Der Restbetrag wäre dann in den Haushalt 2006 einzustellen. Die Umbauarbeiten könnten bereits in der traditionellen Schließungszeit des Dettinger Hallenbads im Dezember erfolgen.

Eine neue Pächterin für die Cafeteria gibt es bereits: In nichtöffentlicher Sitzung hat sich der Gemeinderat für Cornelia Bauer aus Dettingen entschieden. Details zur Renovierung, zur Übernahme und zum Zeitplan werden in den nächsten Tagen besprochen. Außerdem hat Bürgermeister Haußmann eine Klausursitzung angekündigt, bei der sich der Gemeinderat und die künftigen Mitglieder des Hallenbad-Fördervereins, der sich momentan noch in der Gründungsphase befindet, über gemeinsame Ziele austauschen.

Ein strittiger Punkt zum Thema "Cafeteria im Hallenbad" hat sich allerdings noch bei der Frage nach der mittel- bis langfristigen Strategie ergeben. Dietmar Vogt (SPD) zeigte sich nämlich sehr zufrieden mit der "einfachen Lösung" vor allem, weil dadurch keine zusätzlichen Gutachterkosten entstanden sind. Bürgermeister Rainer Haußmann stellte aber fest, dass diese Kosten seiner Meinung nach noch nicht endgültig eingespart seien: "Die generelle Frage treibt mich immer noch um. Was wir jetzt machen, ist eine kurzfristige Schnelllösung eine Notlösung." Mittelfristig stehe die "große Lösung" mit bis zu 150 Sitzplätzen also nach wie vor zur Debatte und damit gegebenenfalls auch entsprechende Gutachterkosten. Vorläufig betonte Haußmann jedoch: "Wir möchten den neuen Betreibern jetzt eine faire Startchance geben. Es geht für uns nicht in erster Linie um den Profit."