Lokales

Gemeinderat stimmt den Ausbauplänen zu

Als ausgesprochen positiv bewertet Wendlingens Bürgermeister Frank Ziegler die Pläne der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW), auf deren Gelände am östlichen Stadtausgang ein Neubauprojekt zu verwirklichen, in dem die Metzinger Hugo Boss AG ihr Logistikzentrum erheblich erweitern will. Für den Bürgermeister ist es ein wichtiger Aspekt der Wirtschaftsförderung, Arbeitsplätze zu sichern und auszubauen.

CHRISTA ANSEL

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WENDLINGEN Gegenüber den ursprünglichen Plänen hat der Bauherr Anregungen des Wendlinger Stadtbauamtes aufgegriffen und den Komplex in der Höhe und in der Fassadengestaltung optimiert. Bei fünf Neinstimmen und einer Enthaltung hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung seine Zustimmung signalisiert.

Die Neubaupläne der EnBW umfassen eine Fläche von knapp 50 000 Quadratmetern. Bürgermeister Ziegler spricht von einer "riesigen Dimension". Tatsächlich hat der Baukörper entlang der L 1200 eine Länge von 260 Metern und in Richtung Bodelshofen ein Ausmaß von 190 Metern. In weiten Teilen erreicht das Gebäude eine Höhe von 18,5 Metern. Ursprünglich hatte die EnBW Pläne auf den Tisch gelegt, die für den gesamten Baukörper eine Höhe von 20 Metern vorsahen. Stadtbaumeister Paul Herbrand hat diese Pläne modifiziert, eine Gliederung der Fassade entlang der L 1200 empfohlen und eine Abstufung des großen Komplexes in der Höhe vorgeschlagen. Und tatsächlich konnten sich alle Beteiligten (EnBW, Boss, Stadt) jetzt auf einen solchen Kompromiss einigen.

Eine weitere optische Reduzierung der Gebäudehöhe konnte erreicht werden, indem der gesamte Komplex zwei Meter in die Erde versenkt wird. Und entlang aller Gebäudeteile mit Höhen von 18,5 und zwölf Metern soll zudem eine 1,5 Meter hohe Anböschung für eine optisch bessere Höhendarstellung sorgen.

Seit 2003 ist die Firma Hugo Boss mit einem Lager auf dem ehemaligen EVS-Gelände vertreten. Derzeit arbeitet die Hugo Boss AG in Wendlingen mit 150 Mitarbeitern. Nach der Erweiterung sollen es 300 Arbeitsplätze in Wendlingen sein. Um eine Realisierung der Neubaupläne der EnBW möglich zu machen, muss die Stadt jetzt die baurechtliche Seite klären.

Von den Neubauplänen betroffen sind bisher drei getrennte Bebauungspläne, auf denen nach Auskunft von Stadtbaumeister Paul Herbrand bisher schon in einer Höhe von elf Metern gebaut werden dürfe. Geplant sei jetzt, alle drei Pläne in einem Planwerk zusammenzuführen. Mögliche Einwände der Region befürchtet die Stadt nicht, zumal der Verband Region Stuttgart einer Umwandlung der bisherigen Versorgungsfläche in eine Gewerbefläche im Flächennutzungsplan bereits zugestimmt habe.

Im Gespräch mit Bürgermeister Ziegler und Stadtbaumeister Paul Herbrand war die Rede von einem sehr massiven Gebäude, vergleichbar mit dem des Postfrachtzentrums in Köngen, das allerdings die Höhe des Neubauprojekts der EnBW in Wendlingen nicht erreiche. Der gesamte Komplex soll begrünt werden. In die Projekt-Planung einbezogen ist nicht nur ein Teil der seit rund zehn Jahren bestehenden EnBW-Bebauung, die neu überbaut wird, sondern auch die Bebauung entlang der Ötlinger Straße. Die Verhandlungen hierüber seien Sache der EnBW und der drei Grundstückseigner. Paul Herbrand verweist aber darauf, dass die bestehende Bebauung auch bei einer veränderten Bauplanung Bestandsschutz habe. Die Stadt stehe bei der möglichen Suche nach Ausweichflächen zur Verfügung. Im Übrigen werde gerade die Zufahrt zum Weiler Bodelshofen durch die Neubaupläne aufgewertet. Die geplante neue Bebauung weiche von der Ötlinger Straße im Bereich der L 1200 rund sieben Meter und im hinteren Bereich rund 40 Meter von der Straße ab. Hier entstünden begrünte Parkplätze. Derzeit fahren in der Hauptsaison bis zu 15 Lkw das Boss-Lager an. Nach der Erweiterung spricht eine Prognose von 27 Lkw pro Tag. Der Bürgermeister meldet hier keine Bedenken an, fallen doch die bisher an der Ötlinger Straße abgestellten Fahrzeuge zweier Unternehmer dann weg.

Am 6. Februar will Wendlingens Gemeinderat in öffentlicher Sitzung den Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan fällen. Das Verfahren soll bis Juli 2007 abgeschlossen sein. Die Stadt rechnet noch in diesem Jahr mit dem Baubeginn.