Lokales

Gemeinderat stimmte "Mauerfall" zu

Der Umbau der Gemeindehalle in Notzingen macht stetig Fortschritte. Doch je mehr die Bauzeit voranschreitet, desto mehr werden auch die unvorhergesehenen Probleme. Jüngste Beispiele: die Mauer gegenüber der Halle und Teer.

IRIS HÄFNER

Anzeige

NOTZINGEN Im Zuge des Umbaus der Notzinger Gemeindehalle wird auch die Jahnstraße und ein Teil der Silcherstraße ausgebaut. Bei der Überprüfung einer Privatmauer kam zu Tage, dass das rund 44 Meter lange "Bauwerk" vor Jahrzehnten ohne Fundament erstellt wurde. "Wenn wir die Straße wie geplant ausbauen wollen, können wir die Mauer also auch gleich mit entsorgen", stimmte Notzingens Bürgermeister Flogaus die Gemeinderäte auf dieses unangenehme Thema ein. Sachverständige kamen zu dem Schluss, dass Kosten in Höhe von über 4000 Euro entstehen, wenn die Mauer durch Beton gestützt wird. "Es gibt uns aber niemand die Garantie dafür, dass die Mauer dann auch tatsächlich hält", gab der Schultes zu Bedenken.

Erste Kostenschätzungen ergaben, dass bei einem kompletten Neubau mit Anböschung, Zaunaufsatz und gleicher Höhe wie bisher, Kosten von knapp 13 000 Euro entstehen würden. "Wir können die Mauer aber auch etwas niederer fahren, was zum einen besser aussieht und zum anderen auch Kosten spart", urteilte Jochen Flogaus. Bei dieser schlankeren Lösung würde die Mauer zwischen 8000 und 9000 Euro kosten.

Zudem ergibt sich durch einen kompletten Neubau ein weiterer Vorteil. Die Jahnstraße könnte ein Quergefälle von zwei statt einem Prozent erhalten. Dies wäre vor allem bei starkem Regen von Vorteil, da das Wasser dann an den Rand geleitet werden könnte. "Dies ist ein nicht zu unterschätzender Punkt", so Bürgermeister Flogaus, der aber alles andere als glücklich über die zusätzlichen Kosten ist. "Pro Sitzung kommt ein unvorhergesehenesProblem im Zuge des Umbaus hinzu. Das war uns zwar bewusst, aber ich hoffe doch, dass das mit den Nach-tragshaushalten langsam ein Ende findet", so der Schultes weiter.

"Wir sind noch im Rahmen. Dieser Posten ist im Kostenvoranschlag mit drin", beschwichtigte Erhard Reichle. "Bei der alten Mauer hätte uns eigentlich von Anfang an klar sein müssen, dass sie nicht mehr hält. So gesehen ist es optisch, technisch, rechnerisch und nicht zuletzt auch zeitlich die beste Lösung", lautete seine Einschätzung. Mit gutem Gewissen könne er daher diesem Punkt zustimmen.

"Mit der alten Mauer ist kein Schönheitspreis zu gewinnen", urteilte auch Herbet Hiller und Günter Barz sagte: "Mit Unvorhergesehenem ist bei einem Umbau zu rechnen. Das war uns immer bewusst." Einstimmig sprach sich der Gemeinderat deshalb dafür aus, die Mauer neu zu bauen.

Ein weiteres Problem hat sich bei den Außenarbeiten ergeben. Teilweise fand sich im Unterbau der asphaltierten Flächen Teer. "Das ist Gift und gilt als Sondermüll", lautete die weitere Hiobsbotschaft des Bürgermeisters. Je nach Teergehalt kann die Entsorgung "sehr, sehr teuer" werden. Ist wenig Teeranteil in dem alten Belag vorhanden, kann er wieder eingebaut werden, wobei dafür bestimmte Grenzwerte gelten. Das Planungsbüro hat erste grobe Analysen vorgenommen. Bei der Silcherstraße hoffen die Fachleute, dass sich der Teergehalt im Rahmen hält. Der Unterbau des Parkplatzes dürfte jedoch stärker belastet sein. "Es könnte sein, dass wir dies als Sondermüll entsorgen müssen", gab Jochen Flogaus zu bedenken. "Warten wir ab, was sich bei den Proben ergibt", hat er noch nicht alle Hoffnungen verloren.

Probleme gab es auch bei der Glaslieferung, weshalb zurzeit ein Teil der Fensterpartien mit Folien abgehängt ist, um die Zugluft zu stoppen. Zum einen waren es die falschen Scheiben, zum anderen waren sie schadhaft, weshalb die Baufirma die Lieferung überhaupt nicht entgegennahm.