Lokales

Gemeinsame Initiative mit großer Folgewirkung

Nach der Flutkatastrophe in Südostasien schnell zu reagieren und vorhandene Verbindungen zu nutzen, um wenigstens finanzielle Hilfe anbieten zu können, lautete das Erfolgskonzept des in der Martinskirche veranstalteten Benefizkonzerts, dessen Erlös in Höhe von 10 560 Euro nun dem Wiederaufbau in Sri Lanka zugute kommen soll.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Angesichts der unglaublichen Flutkatastrophe galt es, nicht in hilflosem Entsetzen zu verharren, sondern zu überlegen, wie schnell und unbürokratisch auch vor Ort konkret gehandelt werden könne. Zugleich auch ein Zeichen für andere zu setzen, war das Anliegen Kirchheimer Kulturschaffender, die sich nur wenige Tage nach den ersten Tsunami-Nachrichten spontan zusammengefunden hatten, um aktiv zu werden.

Auf Anregung von Wolfgang Prelle habe am 29. Dezember ein Treffen stattgefunden, bei dem innerhalb von nur zwei Stunden nach der Grundsatzentscheidung für ein Benefizkonzert auch schon das Programm festgelegt war, erinnerte sich Andreas Kenner an die Vorgeschichte des Konzerts. Da neben dem club bastion sofort auch die von Willy Kamphausen vertretene Evangelische Gesamtkirchengemeinde mitzog, konnte dann am Sonntag, 16. Januar, das gemeinsame Konzert in der Martinskirche über die Bühne gehen.

Im Beisein von Werner Dannemann, der gemeinsam mit Alexander Köberlein das Finale des Martinskirchenkonzerts bestritt und inzwischen auch an vielen weiteren Benefiz-Veranstaltungen für die Tsunami-Opfer mitgewirkt hatte, überbrachten Andreas Kenner und Willy Kamphausen nicht nur gute Nachrichten, sondern auch Grüße von Dekan Ellinger, der ebenfalls begeistert darüber ist, dass durch Eintrittsgebühren und Spenden ein Betrag von 10 560 Euro für die Wiederaufbauhilfe in den tamilischen Gebieten Sri Lankas zur Verfügung gestellt werden kann.

Schon beim Konzert hatte er es sehr begrüßt, dass diese von bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde gemeinsam getragene Veranstaltung in der Martinskirche stattfinden konnte, in der sich die Menschen auch nach dem katastrophalen Stadtbrand von 1690 versammelt hatten, um Ratlosigkeit und Verzweiflung zu überwinden und neue Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen.

Wie groß die von der Welle der Zerstörung ausgelöste Welle der Hilfsbereitschaft war, zeigte das Ergebnis der Benefizveranstaltung, die nicht nur unterschiedlichste Vertreter aus Kunst und Kirche näher zusammengebracht, sondern auch Menschen aus allen Generationen und allen gesellschaftlichen Bereichen zu einem weit über fünf Stunden währenden Konzert einladen konnte. Dass der Erlös des Konzerts nach Sri Lanka fließen wird, hatte Michael Weustenhagen von der Diakonie-Katastrophenhilfe schon beim Konzertabend erwähnt. Dass nun so viel Geld für die Aufbauhilfe zur Verfügung gestellt werden kann, freut die Initiatoren und alle, die direkt und indirekt zum Erfolg dieses großartigen Projekts beigetragen haben. Neben den Künstlern hatten schließlich auch alle Techniker und sonstige Helfer auf eine Gage verzichtet.

Nach den guten Erfahrungen, die mit dem so erfolgreich verlaufenen Konzert gesammelt werden konnten, halten die Initiatoren eine Wiederholung oder sogar eine regelmäßig stattfindende Benefizveranstaltung für durchaus denkbar.