Lokales

Gemeinsamer Platz zum Spielen und für die Begegnung

Ötlinger nehmen den neuen Platz auf dem ehemaligen Schreinereigelände hinter der Johanneskirche in Beschlag

Die Ötlinger haben einen zentralen Platz in ihrer Ortsmitte, der gleichwohl ein bisschen versteckt liegt, am Freitag offiziell in Beschlag genommen: Es ist der „Mehrgenerationenplatz“ in der Stifterstraße auf dem Gelände der früheren Schreinerei Kik.

Spielangebot des Brückenhauses zwecks Übergabe des Mehrgenerationenplatzes Stifterstraße in Ötlingen
Spielangebot des Brückenhauses zwecks Übergabe des Mehrgenerationenplatzes Stifterstraße in Ötlingen

Kirchheim. Zur feierlichen Eröffnung des neuen Platzes freute sich Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, dass es hier gelungen sei, gemeinsam mit der Bevölkerung zu erarbeiten, wo in Ötlingen freie Räume zu schaffen seien, an denen sich die Menschen bewegen können und an denen sie sich treffen können. Auf dem einstigen Schreinerei-Gelände hinter der Johanneskirche sei städtebaulich schon lange eine Wohnbebauung gewünscht worden. Jetzt sei diese Bebauung erfolgt, sodass sich das lange Warten gelohnt hat.

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Zu dieser Bebauung schreibe die Landesbauordnung vor, dass es auch einen Kinderspielplatz geben muss. Für den Spielplatz habe der Investor, Brauneisen Immobilien aus Wendlingen, gesorgt. Die Stadt Kirchheim wiederum habe den Begegnungsplatz dazu geschaffen und dafür immerhin 130 000 Euro investiert. Kinderspielplatz und Begegnungsplatz fließen ineinander über und vervollständigen sich gegenseitig.

Auf diesem Platz könne es somit gelingen, dass sich Nachbarn wieder näherkommen, dass sie sich treffen und miteinander ins Gespräch kommen. „Ich wünsche mir, dass dieser Platz viel Belebung erfährt“, sagte Angelika Matt-Heidecker – wohlwissend, dass diese Belebung nicht immer frei von Widersprüchen ist. Der Widerspruch bestehe zwischen dem Bedürfnis nach Ruhe, das die einen haben, und dem Bedürfnis der anderen nach Kommunikation sowie nach Spiel und Spaß.

Die Oberbürgermeisterin freute sich aber auch darüber, dass das Brückenhaus, das in Ötlingen schon lange „im sozialen Bereich“ tätig sei, auch jetzt gleich auf dem Mehrgenerationenplatz mit einem Spieleangebot präsent war. Abschließend wünschte sie den Kindern noch: „Mögen die jungen Anwohner hier gut aufwachsen können.“

Ebenso wünschte Ingo Brauneisen als Vertreter des Investors Kindern wie Eltern „viel Spaß mit dem Spielplatz“. Auch er dankte dem Verein Brückenhaus, indem er einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro überreichte.

Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik sprach davon, dass der neu gestaltete Platz die Wohnqualität in dem Quartier nun abrunde. In kurzer Zeit seien viele neue Familien zugezogen. Jetzt gelte es, dass sich die neuen Anwohner und die Alteingesessenen kennenlernen. Deshalb habe es zur symbolischen Übergabe des Platzes auch gleich ein kleines Fest gegeben, bei dem sich alle Beteiligten näherkommen konnten. Hermann Kik schloss seinen Beitrag mit der Bitte an die Bevölkerung, den Platz in Beschlag zu nehmen.

Die Kinder waren dieser Bitte schon den ganzen Nachmittag über nachgekommen, noch bevor sie ausgesprochen war. Und ganz zum Abschluss schritten sie gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin zur Tat und zerschnitten gemeinsam mit ihr die Absperrung. Diese Absperrung Marke Eigenbau war ganz typisch für Ötlingen: An einer Schnur hingen Blätter mit bunt ausgemalten Hähnen, die an die Sage vom Ötlinger Rotgockel erinnerten.