Lokales

Gemeinsamer Studentenausweis

Im Fürstenzimmer des Tübinger Schlosses haben die Rektoren der Universitäten Tübingen und Hohenheim und der Hochschulen Nürtingen-Geislingen, Reutlingen, Rottenburg und Albstadt-Sigmaringen ein Rahmenkooperationsabkommen unterzeichnet.

ANNELIESE LIEB

Anzeige

NÜRTINGEN/TÜBINGEN Profitieren von dieser verstärkten Zusammenarbeit werden in erster Linie die rund 44 000 Studierenden. Ein gemeinsamer Studentenausweis ermöglicht beispielsweise künftig auch Nürtinger Studenten den Zugang zur Tübinger Universitätsbibliothek.

Das von den Rektoren der eigenständigen Hochschulen der Region Tübingen-Hohenheim unterzeichnete Rahmenkooperationsabkommen solle ein Dach für künftige gemeinsame Vorhaben bilden, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Die geplante Zusammenarbeit unterschiedlicher Hochschultypen ist in dieser Form bislang einmalig in der Bundesrepublik Deutschland. Um für die Zukunft besser gewappnet zu sein, werden die beteiligten zwei Universitäten und vier Fachhochschulen bei konkreten Projekten in der Infrastruktur und Verwaltung enger kooperieren.

Zu dieser Zusammenarbeit hat man sich nicht zuletzt im Hinblick auf den zunehmenden Konkurrenzdruck, der in den nächsten Jahren mit der anstehenden Einführung der Studiengebühren entstehen wird, entschlossen. Die Rektoren haben sich nach intensiven Gesprächen, die sich etwa eineinhalb Jahre hingezogen haben, entschieden, zu handeln, bevor es die Politik von ihnen fordert. Außerdem: "Zahlende Studenten können mit Recht anspruchsvollere Leistungen erwarten", heißt es in der Präambel des Rahmenkooperationsabkommens.

Ziel der Kooperation ist, die Serviceleistungen für die Studenten zu verbessern, die Qualität in Forschung und Lehre zu sichern und kontinuierlich zu steigern sowie eine noch effizientere Aufgabenerledigung an den beteiligten Hochschulen zu erreichen. Der neue Studentenausweis, der zum Wintersemester eingeführt wird, ist ein Türöffner zu allen Bibliotheken und Mensen. Nürtinger Studenten können sich an der Tübinger Universität bewegen wie Tübinger Studenten, so Professor Klaus Fischer, Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Auch die Möglichkeiten, von Hochschule zu Hochschule zu wechseln, wird vereinfacht, sagte Professor Dr. Schaich von der Eberhard-Karls-Universität bei der Vertragsunterzeichnung.

"Der Service für die Studierenden spielt eine immer größere Rolle", sagte dazu Professor Dr. Leidig von der Universität in Hohenheim. Profitieren von der Kooperation werden vor allem die kleinen Hochschulen, denen sich an den Universitäten ganz neue Möglichkeiten eröffnen. "Die Hochschulen befinden sich in einem Reformwirbel, der Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Aspekt auch für die kleinen Hochschulen", sagte Professor Dr. Rexer aus Albstadt.