Lokales

Gemeinsamkeit durch gleiche Hobbys entdecken

Seit kurzem laufen die Fäden für den Besuchsdienst der Heinrich-Sanwald-Stiftung bei Anne-Katrin Stuth zusammen. Die gelernte Altenpflegerin möchte das Angebot ausbauen und freut sich über neue ehrenamtliche Helfer.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Im Moment macht Anne-Katrin Stuth, die neue Besuchsdienstleiterin der Heinrich-Sanwald-Stiftung, gerade selbst eine ganze Reihe von Besuchen: "Ich schaue in allen Alten- und Pflegeheimen vorbei und stelle mich vor", berichtet die 41-Jährige. Im Großteil der Kirchheimer Heime ist der Besuchsdienst mit verschiedenen Aktivitäten vertreten. Zu diesen Heimen hält Anne-Katrin Stuth, die Heide-Marie Bauer im Amt nachfolgte, engen Kontakt. So erfährt sie von Bewohnern, die sehr einsam sind und gern einmal Besuch bekämen: "Menschen in Heimen, die wenig Kontakt haben, sind unsere Zielgruppe", schildert sie das Aufgabenfeld des Besuchsdienstes.

Seit knapp zwei Jahrzehnten gibt es diese segensreiche Einrichtung. Angesiedelt ist sie unter dem Dach der Heinrich-Sanwald-Stiftung. Deren Zweck wurde in der Satzung aus dem Jahr 1984 mit der Unterstützung bedürftiger Bewohner von Alten- und Pflegeheimen in Kirchheim definiert. Das Ehepaar Sanwald hatte sich zur Einrichtung der Stiftung entschlossen, nachdem ihm Kinder versagt geblieben waren.

Zunächst bestand die genannte Unterstützung aus kleinen Geschenken, später entwickelte sich daraus der Besuchsdienst. Ehrenamtliche Mitarbeiter halten Kontakt zu Heimbewohnern, machen Besorgungen, gehen mit ihnen spazieren oder lesen ihnen vor. Kurzum: Die Besucher bringen das mit, was heutzutage Angestellte in Heimen wahrlich nicht mehr im Überfluss haben Zeit.

Neben den klassischen Besuchen gibt es aber auch eine ganze Reihe weitere Angebote für Heimbewohner, zum Teil in Kooperation mit den Heimleitungen. Die Palette reicht vom Spiele- und Singnachmittag über das Sonntags- oder Kulturcafe bis zur regelmäßigen Vorlese- und Gesprächsrunde. "Mit diesen Angeboten erreichen unsere ehrenamtlichen Helfer sehr viele Menschen", berichtet Anne-Katrin Stuth.

Doch der Bedarf ist noch größer als das Angebot. Über 40 Menschen, vorwiegend Frauen, engagieren sich derzeit im Rahmen des Besuchsdienstes, sei es mit Einzelbesuchen oder mit Gruppenangeboten. Die Leiterin setzt auf weitere Kontakte. "Jeder kann kommen und sich ganz nach seinen Zeitvorstellungen engagieren", betont sie. Vom Schüler bis zum Rentner, Frau oder Mann, sind alle Menschen als ehrenamtliche Helfer willkommen.

Wichtig ist lediglich die Bereitschaft, eine gewisse Verlässlichkeit mitzubringen. "Die Bewohner stellen sich natürlich auf die regelmäßigen Besuche ein und freuen sich vielfach schon lange vorher darauf", weiß Anne-Katrin Stuth aus jahrelanger Erfahrung. Bereits seit den 80er-Jahren ist sie im Bereich der Altenpflege aktiv. Sie absolvierte eine geronto-psychiatrische Zusatzausbildung und sattelte ein Gerontologie-Studium drauf. Neben ihrer Tätigkeit in Kirchheim leitet sie unter anderem die Betreuungsgruppe für alte Menschen beim Diakonieverein Wendlingen, bietet Beratung bei Patientenverfügungen an und ist in der psychiatrischen Intensivpflege tätig.

Die Probleme, die beim Umgang mit älteren, vielleicht pflegebedürftigen Menschen entstehen können, sind Stuth nicht fremd. So steht sie auch jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung für die Mitarbeiter. Schon im Vorfeld versucht sie jedoch, ähnliche Charaktere oder gleiche Interessen zusammenzubringen. So hat sie beispielsweise in einem Heim einen passionierten Schachspieler kennen gelernt, der gerne einmal wöchentlich seinem Hobby mit einem ebenbürtigen Partner nachgehen würde. Doch auch andere Kombinationen sind denkbar. "Vielleicht finden sich Frauen, die gern Handarbeiten machen und sich zu diesem Zweck mit Heimbewohnerinnen zusammenschließen", überlegt sie. Gemeinsame Hobbys verbinden, und so geht auch der Gesprächsstoff nicht aus.

Über die Einzelaktivitäten hinaus gibt es auch monatliche Treffen der Ehrenamtlichen. Dort kommt der Austausch untereinander und die Geselligkeit nicht zu kurz. Darüber hinaus gibt es einen Fachteil. Externe Referenten oder auch die Besuchsdienstleiterin selbst informieren darin über spezielle Aspekte aus dem großen Bereich der Arbeit mit Heimbewohnern.

KONTAKTWer sich beim Besuchsdienst engagieren möchte, kann sich bei Anne-Katrin Stuth unter der Telefonnummer 0 70 21/73 69 69 melden. Feste Bürozeiten sind mittwochs von 10 bis 12 Uhr, ein Anrufbeantworter ist jedoch allzeit gesprächsbereit.