Lokales

Gemeinschaft und Geselligkeit wurden gepflegt

Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Weilheimer gestern ihr Städtlesfest. 35 heimische Vereine und Gruppen boten Spiel und Spaß, kulinarische Spezialitäten und Informationen im ganzen Innenstadtbereich, der um die Mittagszeit schon brechend voll war. Auf der Bühne am Marktplatz zeigten die Musikschule, Turn- und Sportvereine, der Waldkindergarten und Tanzgruppen ihr Können.

RENATE SCHATTEL

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WEILHEIM Die beste Auszeichnung für das 32. Städtlesfest in Weilheim kam aus dem Munde eines zufriedenen Besuchers: "Ich komme jedes Jahr hierher", was für die qualitätsvolle Tradition dieser Veranstaltung spricht.

Begonnen hatte der Festtag mit einem ökumenischen Familiengottesdienst unter dem Motto "Fremde und wir", in dem es um die Offenheit gegenüber Neubürgern anderer Religionen ging. Dass die Weilheimer in punkto Integration offen und einladend wirkten, stellten auch die vielen Imbissstände dar, in denen Döner und Kebab, Pizza und Mussaka gebrutzelt und gebacken wurden und einen herrlichen Duft über den Marktplatz hin zum Rathaus verbreiteten.

Auf dem blumengeschmückten Rathausbalkon erschien pünktlich um 10.45 Uhr Bürgermeister Hermann Bauer, um das Städtlesfest würdig zu eröffnen. Zuvor schreckten laute Böllerschüsse das wartende Publikum aus seiner Ruhe auf. Die Stadtbläser stimmten mit einer heiteren Weise auf das bevorstehende Fest ein und vier Schülerinnen wechselten sich strophenweise ab bei dem Festgedicht: "Ich will mit dem Schmettern der Posaune euch erhalten die gute Laune".

Nachdem die Stadtkapelle Weilheim einen Choral intoniert hatte, begrüßte Bürgermeister Hermann Bauer die Festgäste. Gerade weil die Menschen heute wirtschaftlich und industriell mit der ganzen Welt verbunden sind, sei es wichtig, sich auf seine Herkunft und Heimat zu besinnen und Gemeinschaft und Geselligkeit zu pflegen. "Wir brauchen alle in dieser schnelllebigen Zeit Halt, Orientierung und Richtung, damit wir wissen, wo wir hingehören", ist Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer überzeugt.

Die Stadt Weilheim habe in den vergangenen Jahren viele Aufgaben bewältigt, wie zum Beispiel die Turnhalle und die Stadtbücherei. Nun stehe der Erweiterungsbau an das historische Rathaus von 1777 an. "Der Anbau wird ohne Schulden finanziert, trotz rückläufiger Steuereinnahmen", betonte der Bürgermeister und lud die Festgäste zur Besichtigung der Baustelle ein. Er dankte den 35 örtlichen Vereinen und Gruppen für ihr Engagement und insbesondere dem TSV, der einen wesentlichen Teil des Aufwandes bei der Sanierung des Stadions übernimmt.

Für das Fest erhoffte sich Bürgermeister Bauer regen Zuspruch beim Einkehren mit dem Satz: "Auf Erden bist du nur ein Gast, denn du musst weiterwandern, was du bisher nicht getrunken hast, das trinken halt die andern."

Einen Gast hatte die Stadt Weilheim geladen, der beim Städtlesfest fröhlich einkehren durfte und das war Bürgermeister Dieter Grützner aus Neustadt in Sachsen. Mit der 12 000 Einwohner zählenden Stadt östlich von Dresden pflegt die Stadt Weilheim seit 15 Jahren eine Partnerschaft und leistet Verwaltungshilfe, insbesondere auch die Realschule Weilheim mit der Schiller-Mittelschule. Dieter Grützner bedankte sich für die Unterstützung und die Einladung nach Weilheim und gab die besten Grüße seiner Heimatgemeinde weiter.

Nach den Ansprachen eröffnete dann der Jugendtreff Weilheim die Veranstaltungsbühne mit flotten Rhythmen. Um 13 Uhr musizierte unter Leitung von Sabine Merkle die stattliche Flötengruppe der Musikschule, bevor dann die Kindern des TSV an die Reihe kamen. Karate, Voltigieren, Tanzen und der Waldkindergarten standen weiter auf dem Programm der Bühne, während in der ganzen Innenstadt die Vereine zahlreiche Leckereien wie Saftgummibären, Pfannkuchen und Crêpes anboten.

Ein Kinderflohmarkt, Trampolinspringen und eine Spielstraße ließen die zahlreichen Kinder so richtig auf ihre Kosten kommen. Die Erwachsenen durften dafür hoch hinaus. Sie konnten den Kirchturm der Peterskirche besteigen oder den ersten Stock des Rathauses, um von dort aus die imposante Baustelle des neuen Anbaues zu begutachten.