Lokales

Gemeinschaftsaktion für den Erhalt des Artenspektrums

Das rund 100 Quadratmeter große neue Laichgewässer im Waldgebiet Rübholz bei Lindorf hat sich bestens bewährt. Bereits nach wenigen Wochen laichten im Gewässer die ersten Grasfrösche ab, auch Bergmolche fanden sich ein. Trotz des eher trockenen Frühjahrs konnten die Kaulquappen und Molchlarven eine erfolgreiche Entwicklung durchlaufen und sich zu fertigen Amphibien entwickeln.

KIRCHHEIM Anlass für die Maßnahme waren Defizite in der Wasserführung und Besucherlenkung im etwa einen Kilometer nordöstlich gelegenen Feuchtgeiet Salzäcker im Gewann Rote Morgen bei Lindorf. Das dortige Biotop verlandet zunehmend und verliert daher als Amphibienlebensraum und insbesondere als Laichgewässer zunehmend an Bedeutung.

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Im Rahmen einer Besprechung zwischen dem privaten und amtlichen Naturschutz zur Umsetzung von Biotopverbundmaßnahmen in Kirchheim, wurde als Ersatz beziehungsweise Ergänzung von Helmut Eisele, einem ortskundigen, interessierten Bürger aus Lindorf, der neue Standort für ein Laichgewässer im Waldgebiet Im Rübholz vorgeschlagen. Der dort bestehende Graben war bereits von Amphibien besiedelt, trocknete jedoch im Laufe des Frühjahrs regelmäßig aus, so dass die Kaulquappen und Molchlarven sich nicht entwickeln können.

Mit geringem Aufwand könnte der vorhandene Graben aufgeweitet und auch eine ausreichende Wasserversorgung sichergestellt werden. Die Kirchheimer Stadtverwaltung erklärte sich umgehend bereit, die Koordination für die Umsetzung des Projekts zu übernehmen. Das vorgesehene Waldstück befindet sich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Für die Umsetzung wurde eine Teilfläche von rund 600 Quadratmetern benötigt. Die Forstverwaltung stimmte dem Vorhaben zu und übernahm auch die Fällung und den Abtransport der Bäume. Im Januar wurde dann das neue Laichgewässer ausgebaggert.

Das neue Gewässer ist rund 100 Quadratmeter groß. Die Dimensionierung ermöglicht Amphibien und anderen im Wasser lebenden Tieren eine frostsichere Überwinterung und wirkt einer zu schnellen Verlandung des Gewässers entgegen. Zudem soll sich ein möglichst vielfältiges Artenspektrum einstellen.

Angelegt wurde das neue Kleingewässer in direktem Anschluss an einen bestehenden Graben. Damit sich eine artenreiche, standorttypische Ufer- und Wasservegetation entwickeln kann, wurden die Ufer so flach wie möglich ausgebildet mit einer möglichst breiten Flachwasserzone als Übergangsbereich zwischen Wasser- und Landlebensraum.

Der Erfolg stellte sich rasch ein. Bereits nach wenigen Wochen laichten im Gewässer die ersten Grasfrösche ab, auch Bergmolche fanden sich ein. Trotz des eher trockenen Frühjahrs konnten die Kaulquappen und Molchlarven eine erfolgreiche Entwicklung durchlaufen und sich zu fertigen Amphibien entwickeln. Davon profitieren künftig auch weitere Vorkommen von Amphibien in Gräben und Wagenspuren im Umfeld des neuen Gewässers.

Das Vorhaben ist ein gelungenes Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Stadtverwaltung, der Unteren Forstbehörde des Landkreises und des privaten Naturschutzes in Kirchheim. Zudem ist das neue Laichgewässer ein Baustein eines großräumigen Biotopverbundsystems auf Kirchheimer Gemarkung. Zusammen mit weiteren freiwilligen Maßnahmen wie Initiativen zur Offenhaltung der Jesinger und Ötlinger Halde oder Maßnahmen zum Schutz des Rebhuhns, arbeitet die Stadt in diesem Bereich erfolgreich mit den Naturschutzfachbehörden, dem privaten Naturschutz und der örtlichen Jägervereinigung zusammen.

pm