Lokales

Genervter Bürgermeister wegen Nachträgen

Lob und Tadel gab es in der jüngsten Sitzung des Notzinger Gemeinderates in Sachen Umbau der Gemeindehalle. Planung und Umsetzung der Außenanlagen stießen auf breite Zustimmung, Ärger gab es jedoch mit Nachtragsangeboten einer Elektrofirma. In der nächsten Sitzung muss der Chef des Ingenieurbüros darüber Rede und Antwort stehen.

IRIS HÄFNER

Anzeige

NOTZINGEN "Jetzt kommt ein Punkt, der stimmt mich nicht so froh", sagte Notzingens Bürgermeister Flogaus. Leicht genervt sei er über mehrere Nachtragsangebote einer Ellwanger Elektrofirma in nicht unbeträchtlicher Höhe. Addiert man drei der vier Nachträge, kommt die stolze Summe von über 25 000 Euro zusammen. Beim vierten Nachtrag seien nur deshalb keine Mehrkosten entstanden, weil geänderte Anlagenteile im Zuge der Montageplanung verwendet worden seien. Einer der Nachträge ist datiert vom April, wurde aber jetzt erst vom Ingenieurbüro vorgelegt.

"Wir haben über nichts so intensiv diskutiert wie über die Beschallungsanlage. Es ist klar geregelt, dass jede Änderung mit dem Gemeinderat im Vorfeld abgeklärt werden muss. Wenn sich etwas ändert und dies eigenmächtig vom Ingenieurbüro bewilligt wird, müssen das andere bezahlen und nicht wir", lautete der klar und deutlich vorgebrachte Kommentar von Erhard Reichle. Unterstützung kam von Günter Barz: "Ich will detailliert wissen, für was wir dieses Geld ausgeben sollen." Jürgen Wagner, der von Berufs wegen mit Elektrik zu tun hat, meldete ebenfalls seine Zweifel an. Ähnliche Anlagen könnten für weit günstigere Summen installiert werden, so seine Einschätzung. Für ein Möbelstück über 5000 Euro zu verlangen, bei dem es sich um eine Sonderanfertigung des Regietisches handelt und das nicht unter dem Punkt Elektro ausgeschrieben worden sei, sei ein starkes Stück.

Den Nachtragsangeboten der Ellwanger Elektroinstallationsfirma stimmte der Gemeinderat daher einstimmig nicht zu. Die vier Punkte wurden zurückgestellt mit der Maßgabe an die Verwaltung, einen Vertreter des Ingenieurbüros in die nächste Sitzung zu beordern. Zwei weiteren Nachtragsangeboten wurde dagegen unisono und ohne Diskussion zugestimmt. Dabei handelte es sich um kleine, unvorhersehbare Posten im Bereich der Lüftungsanlage.

Großes Lob von allen Seiten gab es dagegen für Planung und Umsetzung der Außenanlagen. "Die Firma leistet hier mit großem Personalaufwand sehr gute Arbeit, ebenso der Architekt", lobte der Schultes. "Total begeistert" ist auch Günter Barz über die rasche Entwicklung dieses Teils der Baustelle und auch Eduard Bosch zieht den Hut, wie rund um die Halle landschaftsgärtnerisch gearbeitet wird.

Nachträglich vom Gemeinderat absegnet wurde auch der Ausbau eines etwa 30 Meter langen Teilstücks der Jahnstraße. Im Zuge des Baus einer Wasser-Ringleitung wurde ein Leitungsgraben ausgehoben. Dabei stellten die Bauarbeiter fest, dass die Straße fast keinen Unterbau aufweist. Die Vewaltung beauftrage daher die Firma, auch diesen Abschnitt der Straße auszubauen. "Ohne mit der Wimper zu zucken, kann ich dem nachträglich zustimmen. Halbe Sachen das hat noch nie Sinn gemacht", erklärte Eduard Bosch.