Lokales

Gentechnik: Chancen und Risiken

Passend zum derzeitigen Leitthema des Landfrauenverbands Württemberg-Baden "Zukunft gestalten Demokratie verwalten", informierten sich Landfrauen über das topaktuelle Thema Gentechnik. Der Biologe Dr. Ralph Hahn aus Stuttgart zeigte Chancen und Risiken auf.

NEIDLINGEN Einmal ging es um die Frage, was "Grüne Gentechnik" tatsächlich ist, wie sie funktioniert, welche Methoden angewandt werden und welche Ziele sie verfolgt. Zum anderen galt es, grundsätzliche Begriffe zu erläutern, allem voran, was ein Gen überhaupt ist.

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Der Biologe Dr. Ralph Hahn erläuterte, welche Chancen die "Grüne Gentechnik" mit sich bringt, aber auch sehr deutlich, auf welche Risiken sich die Verbraucher der so erzeugten Lebensmittel heute schon und vor allem in Zukunft einstellen müssen. Bei der Gentechnik gibt es einmal die "Rote", Mensch und Tier betreffende, und die "Grüne Gentechnik", bei der es um Pflanzen geht. Wie funktioniert nun die "Grüne Gentechnik"? Hier räumte der fachlich versierte Referent freimütig ein, dass die Vermittlung dieses schwierigen und komplexen Themas selbst für "Fachblätter" nicht einfach sei. Die Wahrheit, so Dr. Hahn, liege irgendwo in der Mitte.

Ein Blick in die Geschichte förderte zu Tage, dass es bereits vor 8 000 Jahren Saatzucht gegeben habe und damit die erste Form der Biotechnologie. Nach den heutigen Begriffen zähle das Jahr 1972 zum "Geburtsjahr" der Gentechnik. Eingehend berichtete Dr. Hahn über das, was sich in den vergangenen drei Jahrzehnten auf diesem Gebiet getan habe. Insbesondere stellte er klar, dass "Klonen" absolut nichts mit der Gentechnik gemein habe.

Gentechnik sei ein Teilgebiet der Biotechnologie, das der gezielten Veränderung und Neukombination von Genen in Organismen zu tun habe. So könnten mit Hilfe der Gentechnik Gene aus Pflanzen, Bakterien, Pilzen und Viren in Pflanzenzellen eingebaut werden, wodurch Artgrenzen überschritten würden, was bei klassischen Züchtungsverfahren nicht möglich sei. Durch entsprechende gentechnische Veränderungen könnten Pflanzen ihre Widerstandsfähigkeit gegen Unkrautbekämpfungsmittel, Krankheiten und Schädlinge erhöhen.

Zu den Risiken erläuterte Dr. Hahn, dass die Angst vor "Superunkräutern", die sich ungehindert ausbreiten könnten, eher gering sei, aber eingebrachte Gene in andere Pflanzenarten gelangen und somit Pflanzen regelrecht verseuchen könnten. Möglicherweise gebe es Risiken für die Pflanzenproduktion, die Ökosysteme und die menschliche Gesellschaft. Andererseits ließen sich durch den Einsatz von Gentechnik andere Risiken vermindern durch einen geringeren Einsatz von Insektiziden und umweltfreundlicheren Herbiziden. "Grüne Gentechnik" in ihr stecken Chancen und Risiken.

rr