Lokales

Geschenke für den Partner?

Den neuen Camilleri? Oder lieber eine aromatische Zigarre in schicker Metallhülse? Vielleicht aber auch ein Wochenende zu zweit auf einer Berghütte? Von Qual der Wahl kann keine Rede sein. Wer seinen Partner beschenkt, kann aus dem Vollen schöpfen. Kein Mensch steht einem näher, bei keinem sonst kennt man sich so gut aus im Bücher- oder Wäscheschrank.

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Vorbestellte Gaben für gierige Nichten und Neffen, deren Kinderzimmertür längst nicht mehr zugeht, lassen sich ohnehin nicht aus der Welt räumen. Das ist gesellschaftliche Pflicht, basta. Doch warum sollen wir uns ausgerechnet des weihnachtlichen Kür-Programms berauben und denjenigen leer ausgehen lassen, der uns der Liebste ist? War da nicht was von Weihnachten, dem "Fest der Liebe"?

Klar kauft man gemeinsam, was man wirklich braucht. Das gehört zum Alltagstrott. Doch an Weihnachten lassen sich Akzente setzen, fernab festgelegter Summen und altbekannter Grundbedürfnisse.

Weihnachten braucht man nicht, um seiner Zuneigung Ausdruck zu verleihen? Faule Ausreden! Weder die Statistik noch die Lebenserfahrung belegen, dass Weihnachtsmuffel unterm Jahr ausgemachte Charmebolzen sind und ständig Parfümerien oder Buchläden stürmen, auf der Jagd nach Gaben für den Liebsten. Das Gegenteil ist der Fall: Einmal Stoffel, immer Stoffel. Wem sein Partner wichtig ist, der beschenkt ihn ganzjährig und an Weihnachten erst recht!IRENE STRIFLER

W as ihr schenkt euch nichts?" Das Geständnis, eine "weihnachtsgeschenkfreie" Partnerschaft zu führen, löst bei einigen Mitmenschen schieres Entsetzen aus. "Unromantisch", "faul" oder gar "lieblos", urteilen sie postwendend.

Klar leuchtende Kinderaugen dürfen am Heiligen Abend nicht enttäuscht werden. Aber müssen sich auch Erwachsene termingerecht am 24. Dezember Päckchen überreichen? Die Suche nach dem ultimativen Stück für den Partner nach Feierabend oder im samstäglichen Gedränge hat mit Romantik jedenfalls wenig zu tun. Und für überzeugte Schenker ist ja nicht nur das "Fest der Liebe" ein Pflichttermin: Die Kaufwut grassiert auch am Valentinstag, am Geburtstag, am Nikolaustag und an Ostern . . .

Dem heiß ersehnten Geschenketausch folgt dann allzu oft Ernüchterung und schließlich der Umtausch egal, ob die falsche Körbchengröße, die inakzeptable Farbe des Pullunders oder der knapp verfehlte Geschmack beim Duftwässerchen der Grund sind.

Schenken macht Freude keine Frage. Aber warum dem Partner ausgerechnet pflichtschuldig zu Weihnachten eine Gabe überreichen und nicht irgendwann unterm Jahr, wenn es sich richtig und wichtig anfühlt? Wer statt Päckchen unterm Weihnachtsbaum lieber heiße Blicke bei einem romantischen Candle-Light-Dinner tauscht, weiß, dass man sich Weihnachtsgeschenke im wahrsten Sinne des Wortes schenken kann.BIANCA LÜTZ