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Gesetzliche undmoralische Pflichten

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Zur Diskussion über die Zukunft der Eduard-Mörike-Halle in Ötlingen:

Was versteht man unter Pflichtaufgaben der Stadtverwaltung? Minimalaufwand, Zufriedenstellung,Gesetzliche Verpflichtung und Bürgerverantwortung. Dem Teckboten war zu entnehmen, dass die Stadt sich nur noch auf gesetzliche Verpflichtung beruft und somit jede moralische und soziale Verantwortung den Bürgern gegenüber von sich weist.

Wir als Bürger und Vereinsmitglieder hoffen, dass Kommunalpolitisch nicht das gleiche wie auf Landesebene oder Bundesebene passiert, wo nur noch Parteizwang und Lobbyismus regieren. Eine Bürgerverantwortung aller im Gremium Gemeinderat gewählter Vertreter wäre wünschenswert, da kein Steuerzahler bisher die Notwendigkeit einer Steuer in Frage stellt, ob zweckmäßig oder sinnvoll.

Die Stadtverwaltung hat eine Verantwortung gegenüber jedem einzelnen Bürger in den Stadtteilen Ötlingen etwa 6 800 und in Lindorf etwa 1 500 Einwohner welche die Halle nutzen, dazu noch Vereine aus dem Stadtkern und anderen Ortsteilen.

Der Musikverein Ötlingen hofft auf eine Lösung, mit der alle Bürger der beiden Stadtteile und die Vereine, die davon betroffen sind, zurecht kommen und die keine sozialen Spannungen hervorruft. Der Musikverein benötigt die Halle für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen, wie zum Beispiel Weihnachtsfeier und Frühjahrsunterhaltung. Kurzfristig ist die Halle gar nicht zu bekommen. Zurzeit muss man die Halle etwa ein Jahr im voraus reservieren.

Helmut Oster

Zweiter Vorsitzender des

Musikvereins Ötlingen

Kirchheim, Kiefernstraße

Fehlende Perspektiveeiner Verbesserung

Gute und erfolgreiche Kommunalpolitik gestaltet Perspektiven und erhöht die Attraktivität einer Kommune. In Nabern soll mit einer Sanierung für 600 000 Euro der für viele Sportarten nicht normgerechte Zustand auf Jahrzehnte zementiert werden. Bildungsstadt heißt das Ziel der nächsten Jahre. Dies wird aber kein Unternehmen des produzierenden oder Dienstleistungsgewerbes ansiedeln. Es entstehen dadurch keine Arbeitsplätze für Hochqualifizierte und vor allem für die weniger Qualifizierten unter den Arbeitslosen. Die ebenfalls angestrebte Erhöhung der Unternehmenssteuern fördert die Abwanderung der nicht nur durch Insolvenzen immer weniger werdenden Unternehmen und hält etwaige ansiedlungswillige Unternehmen vom Standort Kirchheim fern.

Vereine entlasten durch ehrenamtliche Tätigkeiten die Stadt im sozialen Bereich. Der SV Nabern mit seinen mehr als 900 Mitgliedern braucht Perspektiven, vor Ort eine normgerechte Halle zu erhalten. Wird diese Perspektive auf Jahrzehnte zunichte gemacht, weicht Engagement der Resignation. Das Engagement wird geringer oder erlischt. Der Sport als Integrationsfaktor verliert an Bedeutung. Die dann auf die Stadt zukommenden zusätzlichen Aufgaben und Kosten sind noch nicht bezifferbar. So verlagert man Lasten dauerhaft auf künftige Generationen, dann aber ohne Perspektive einer Verbesserung.

Freizeitangebote sind mindestens weiche Standortfaktoren für die Ansiedlung von Unternehmen. Unternehmen bekommen und sichern sich damit qualifiziertes Personal, das in Kirchheim Steuern zahlt, Wohnungen mietet oder Immobilien kauft, beziehungsweise baut und im Einzelhandel einkauft. Dazu muss man in den Standort investieren, bildlich gesprochen, "die Braut schön machen".

Dr. Gerhard Raff liest am 16. September in der Naberner Zehntscheuer unter anderem aus seinem Buch "Herr schmeiß Hirn ra!" Zum Glück kann jedes Mitglied des Stadtrats und jeder Bürger für sich entscheiden, ob dieser Wunsch Realität wurde.

Jürgen Hülß

Kirchheim, Mühläckerstraße

Kindergartenarbeit inZeiten der PISA-Studie

Zum Artikel "Viel mehr als reine Betreuung" im Teckboten vom 4. März:

In der Kindergartenausschuss-Sitzung wurde abgesegnet, den Henriettenkindergarten zu schließen, was noch die Zustimmung des Gemeinderats erfordert. Ein Kindergarten mit großem Anteil an Migrantenkindern, die besondere Zuwendung und Förderung brauchen, wird geschlossen, weil die Gruppe nicht voll ist und die Kinderzahlen rückläufig sind eigentlich optimale Bedingungen für Kindergarten-Arbeit in Zeiten der PISA-Studie. In Zeiten knapper Kassen muss an optimalen Förderbedingungen für die künftige Generation offensichtlich gespart werden, denn die Stadt muss Betreuungsplätze für 0- bis 3-jährige Kinder schaffen zweifellos auch eine dringend notwendige Angelegenheit.

Letzte Woche konnte man lesen, dass die Stadt nicht wisse, wie sie dies finanzieren solle mit keinem Wort wurde erwähnt, dass die Schließung von bestehenden Kiga-Gruppen bereits geplante Bedingung ist bis 2007 wären bis zu 14 Gruppen möglich. Immer wieder betont die Stadt, dass dies zu Gunsten der Qualität der Kindergärten geschehen würde. Doch wie sollen wir uns das konkret vorstellen, wenn die Gruppen randvoll aufgefüllt werden mit 1,7 Betreuerinnen pro Gruppe?

Im Artikel vom 4. März lesen wir, dass 25 bis 28 Kinder pro Gruppe eindeutig zu viele sind für die neuen Anforderungen, die gestellt werden. Gleichzeitig müssen wir kopfschüttelnd zusehen, wie unser prima funktionierender Kiga geschlossen wird, unsere Kinder dem Nachbarkiga (Senefelder) zugewiesen werden und es dort dann im nächsten Jahr keinen Platz für neue Kinder geben wird. Und wohin sollen wir unsere nachfolgenden Geschwisterkinder bringen? Soll das wohnortnahe Betreuung und Qualitätssteigerung sein?

Für die kommenden Jahre hat die Stadt weitreichende und einschneidende Änderungen im Kiga-Bereich geplant. Davon dürften aber viele künftig betroffene Eltern, Kinder und Erzieherinnen noch kaum etwas ahnen. Die Bildungsmesse "didacta" zeigte neue Wege in der Kiga-Bildung und -Erziehung auf, Wege, die die Stadt Kirchheim in den nächsten Jahren einschlagen wird?

Sabine Ottmüller

Kirchheim, Daimlerstraße

Sandra Kasperczyk

Kirchheim, Henriettenstraße