Lokales

Gespensterbild "Idiotentest"

Die Fortbildungsveranstaltung der Vertrauenspersonen der schwerbehinderten Menschen im Kreis Esslingen war dem Thema Fahreignung aus rechtlicher und aus psychologischer Sicht gewidmet.

KIRCHHEIM Die Vertrauensleute waren im Regionalzentrum der EnBW in Kirchheim zu Gast. Der Leiter des Regionalzentrums, Thomas Miksa, begrüßte die Teilnehmer und hob die Verantwortung des Unternehmens hervor, auch für schwerbehinderte Menschen Arbeitsplätze zu schaffen. Jürgen Baumann vom Integrationsamt Stuttgart berichtete anschließend ausführlich über die Veränderungen beim Integrationsamt. Schwerpunkt seiner Ausführungen war das Thema Prävention. Hier besteht noch sehr viel Informationsbedarf bei Arbeitgebern und Vertrauenspersonen. Der neue Paragraf 84 im Sozialgesetzbuch IX soll sicherstellen, dass rechtzeitig Maßnahmen bei personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten im Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnis eingeleitet werden. Beschäftigungssicherung habe bei schwerbehinderten Mitarbeitern eine hohe Priorität.

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Das Thema Fahreignung steht schon seit langem auf der Wunschliste von Fortbildungsveranstaltungen. Auch schwerbehinderte Mitarbeiter haben in den Betrieben Fahrzeuge zu führen. Wolfgang Schröder vom Landratsamt Esslingen informierte die Teilnehmer ausführlich über die Fahrerlaubnisverordnung der EU aus dem Jahr 1999. Christine Voss-Knippel vom TÜV stand für die psychologische Betrachtungsweise des Themas Fahreignung zur Verfügung. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), so Voss-Knippel, könne man selbst durchführen lassen oder in behördlichem Auftrag erfolgen. Die MPU unterliegt der Schweigepflicht und gibt das Ergebnis der Untersuchung nur an die Betroffenen, nicht wie immer vermutet wird, an die Behörde.Wann kann eine MPU angeordnet werden? war die Kernfrage. Einige der wichtigsten Gründe: Bedenken gegen die körperliche oder geistige Eignung des Fahrerlaubnisbewerbers, wiederholten oder erheblichen Verkehrsverstößen, Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr oder bei hohem Aggressionspotenzials.

Mit dem Gespensterbild vom so genannten "Idiotentest" räumte Christine Voss-Knippel gründlich auf. In Wirklichkeit sei es eine Chance, die man nutzen sollte. Eine gute Vorbereitung gebe Sicherheit, beruhige und räume Zweifel aus. Bei kostenlosen Infoabenden können sich Betroffene ausführlich informieren.

pm