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Gesundheit gehtvor Sofortvollzug Zum ...

Gesundheit gehtvor Sofortvollzug

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Zum Artikel "Flugfähiges Material soll in der Halle bleiben", im Teckboten vom 26. Oktober:

Der Präsident der IHK Bezirkskammer Nürtingen ist geschäftsführender Gesellschafter der Schrott-Bosch GmbH. Die Gesellschaft betreibt in Dettingen eine Shredderanlage. Die Kapazität dieser Anlage soll erweitert werden (Verdopplung). Es wird ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren ohne Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit angestrebt. Der Wunsch des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Teilnahme an der Betriebsbesichtigung am 22. Oktober wird vom Dettinger Bürgermeister und dem Betreiber der Shredderanlage ausdrücklich abgelehnt.

Im Umfeld der Shredder-Anlage wurden in Staubniederschlägen unter anderem Blei, Cadmium, Arsen und andere Umweltgifte vom renommierten UMEG Institut (Karlsruhe) in extrem hohen Konzentrationen nachgewiesen. Nach Gesprächen mit Anwohnern und Anfragen bei Behörden verdichtet sich beim BUND der Eindruck, dass die Belastungswirkungen im Umfeld der Anlage nicht ausreichend untersucht und bestehende Auflagen für die Anlage von den zuständigen Behörden nur unzureichend überwacht worden sind.

Bei der Planung "Shredderanlage" Bosch geht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht um Kompromisse. Es geht vielmehr zunächst um die Schaffung einer klaren Datengrundlage, dann um Transparenz und eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit im weiteren Verfahrensablauf. Wichtig sind eingehende Schadstoffmessungen in der Anlage selbst und in deren weiterem Umfeld. Nur aus entsprechenden Messungen sind begründete Aussagen zu Umweltbelastung (Böden) und Gesundheitsgefährdung von Mitarbeitern im Betrieb und in anliegenden Kirchheimer Wohngebieten (Aichelbergstraße) abzuleiten. Über Kompromisse und optimale Lösungen kann erst dann verhandelt werden, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen. Dies erfordert vor allem von den Verwaltungen Sorgfalt, Kooperationsbereitschaft und vor allem keine Angst vor großen Namen.

Dr. Martin Dieterich, BUND

Kirchheim, Röntgenstraße

Mit Sicherheitder bessere Weg

Zum Artikel "Neue Wahlleistungsstation in Kirchheimer Krankenhaus", im Teckboten vom 22. Oktober:

In dem oben genannten Beitrag hat mich Folgendes verwundert: Viele Engpässe, die bisher den Alltag im Krankenhaus prägten, können durch die neue Wahlleistungsstation vermieden werden. Wie können in einem Krankenhaus Abteilungen geschlossen werden beziehungsweise Betten reduziert werden, wenn es Engpässe gibt? Die Patienten sollen laut Landtagsbeschluss in Nürtingen behandelt werden. Gibt es dort keine Engpässe oder hatte es dort zu viele freie Betten?

Eine Rechnung geht meiner Meinung nach bis jetzt noch nicht auf: Vergleicht man das Standesamtregister, Auszug Kirchheim, so hatte es im Krankenhaus Kirchheim vor Verlegung der Gynäkologie nach Nürtingen mehr Geburten, als das jetzt der Fall ist. Vermutlich gehen die Kirchheimerinnen lieber nach Esslingen oder Göppingen zum Entbinden.

Sollte dies der Fall sein, geschieht nach Verlagerung der Chirurgie nach Nürtingen dasselbe. Ein Neubau in Nürtingen muss dann in Frage gestellt werden. Bei den heutigen Sparmaßnahmen wäre das mit Sicherheit der bessere Weg.

Joachim Masarin

Kirchheim, Weileräcker

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