Lokales

Gewalt überwinden

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien in irgendeiner Weise von Gewalt zu lesen, zu sehen oder zu hören ist. Wie gehen Sie mit solchen Nachrichten um? Ist es nicht so: Wenn man diese Nachrichten überhaupt an sich heranlässt, nimmt man sie zwar bedauernd zur Kenntnis, dann aber holt einen der eigene Alltag wieder ein. Vielleicht sind Sie in besonders schockierenden Fällen ähnlich wie ich sehr beunruhigt und werden eine Weile das Gefühl nicht los, dass man nicht alles so hinnehmen dürfte, dass man dem etwas entgegensetzen müsste. Nur was kann man als Einzelperson schon tun?

Genau an diesem Punkt hat sich der Ökumenische Rat der Kirchen 1999 entschlossen, aktiv zu werden und die weltweit zunehmende Gewalt nicht länger hinzunehmen. Daraus ist die seit inzwischen sechs Jahren weltweit organisierte "Dekade zur Überwindung von Gewalt" entstanden. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat sich einen Zeitraum von zehn Jahren (deshalb "Dekade", von deka: zehn) nämlich von 2001 bis 2010 gesetzt, um bis dahin an möglichst vielen Orten und bei möglichst vielen Gelegenheiten dazu beizutragen, dass Gewalt überwunden wird. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist der Ökumenische Rat der Kirchen bestrebt, Wege zu friedlicher Konfliktlösung zu finden, und zwar einerseits durch Konfliktforschung, andererseits durch den Aufbau eines Netzwerks gegen Gewalt.

Anzeige

Je mehr Organisationen und Privatpersonen mit der Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit sich in diesem Netzwerk engagieren und in den verschiedensten Bereichen ihres Alltags sensibel auf die unterschiedlichsten Formen von Gewalt reagieren, desto eher kann auch direkt etwas gegen Gewalt getan werden in Richtung auf eine "Kultur des Friedens". "Jage nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe und dem Frieden", so heißt es im 2. Timotheusbrief 2,22.

Dazu kann unter anderem auch der Austausch vieler Menschen über eigene Erlebnisse friedlicher Konfliktlösung beitragen und die Bereitschaft, aufeinander zu hören und voneinander zu lernen. Vom 12. bis 22. November findet an vielen Orten, auch hier in Kirchheim, bereits zum sechsten Mal eine Friedensdekade statt: Im Zeitraum von zehn Tagen werden Gottesdienste und Veranstaltungen zum Thema Frieden angeboten, ein Beitrag von vielen im Rahmen der "Dekade zur Überwindung von Gewalt".

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Internet unter www.gewaltueberwinden.de.

Anna-Christina Fischer

Pfarrerin der

Thomaskirchengemeinde Kirchheim