Lokales

Gewaltig gestiegene Gewerbesteuereinnahmen in Owen

Mit erfreulichen Zahlen konnte die Owener Stadtverwaltung aufwarten, als sie im Gemeinderat den Abschluss der Jahresrechnung 2005 präsentierte. Der positive Trend bei der Gewerbesteuer setzt sich auch 2006 fort, wie dem ersten Nachtragshaushaltsplan zu entnehmen ist. Beides hat der Gemeinderat einstimmig abgesegnet.

ANDREAS VOLZOWEN Knapp sechs Millionen Euro betrug der Jahresetat im Owener Kämmereihaushalt 2005. Mehr als 2,1 Millionen Euro waren insgesamt an Umlagen abzuführen. Die Gewerbesteuereinnahmen beliefen sich auf rund 900 000 Euro und lagen damit um 150 000 Euro über dem Planansatz. Die Gewerbesteuer ist bei weitem der größte Posten, der dafür sorgte, dass die negative Zuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt mit 275 000 Euro nahezu um die Hälfte niedriger ausfällt als ursprünglich vorgesehen. Veranschlagt waren 513 000 Euro.

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Deshalb kam Bürgermeister Siegfried Roser zu der Feststellung: "Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein, es ist eine Verbesserung. Wir brauchen weniger aus dem Vermögenshaushalt zur Finanzierung des Verwaltungshaushalts." Die Entnahme aus der Rücklage hat sich mit 647 000 Euro gegenüber dem Planansatz sogar um fast 300 000 Euro verringert. Die verbliebene Rücklage betrug zum 31. Dezember 2005 knapp 2,3 Millionen Euro.

40 000 Euro Schulden tilgte die Stadt Owen im vergangenen Jahr. Der Schuldenstand des Kämmereihaushalts wies damit zum Jahresende noch 660 000 Euro auf. Mit 186,77 Euro je Einwohner lag er damit knapp 240 Euro unter dem Landesdurchschnitt. Rechnet man allerdings die Schulden der kommunalen Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung hinzu, summierten sich die Gesamtschulden auf 2,4 Millionen Euro oder 684,73 Euro pro Einwohner. Damit wiederum lag die Pro-Kopf-Verschuldung Owens um 111 Euro über dem Landesdurchschnitt.

Die Wasserabgabe in Owen wies 2005 mit 140 000 Kubikmetern den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre auf. Dennoch führte die städtische Wasserversorgung durch die Konzessionsabgabe und die Gewerbesteuer dem Kämmereihaushalt knapp 35 000 Euro zu. In den kommenden Haushaltsplanberatungen wird auch über den Vorschlag der Steuerberatungsgesellschaft Kobera diskutiert werden, den Wasserzins ab 2007 um 10 Cent zu senken.

Die Abwassergebühren könnten sogar um 25 Cent pro Kubikmeter sinken. Die wichtigsten Aufgaben nach der Eigenkontrollverordnung seien erledigt, sagte Bürgermeister Roser in der Gemeinderatssitzung. Große Investitionen stehen im Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung deshalb vorerst nicht an. In einem Nachtrag zum Wirtschaftsplan 2006 der städtischen Abwasserbeseitigung hat der Gemeinderat das Gesamtvolumen des Wirtschaftsplans gleichwohl um 51 000 Euro erhöht. Das entspricht dem bisherigen Stammkapital, das in ein inneres Darlehen umgewandelt wurde.

Diese Maßnahme war einer der Gründe für den ersten Nachtragshaushalt 2006. Als weitere Gründe kamen auf der Ausgabenseite Mehrkosten bei der Sanierung der Teckhalle sowie der Umbau im Erdgeschoss der "Beginenklause" hinzu. Die Maßnahmen zur Dachsanierung und zur Energieeinsparung an der Teckhalle schlagen sich mit 400 000 Euro im Vermögenshaushalt nieder, diejenigen zur Unterbringung des Stadtarchivs in der "Beginenklause" mit 180 000 Euro.

Im Verwaltungshaushalt steigen die Einnahmen durch die Gewerbesteuer gegenüber dem Planansatz gewaltig an. Die positive Investitionsrate soll dadurch auf 1,7 Millionen Euro anwachsen. Geplant worden war mit einer vergleichsweise bescheidenen Zuführungsrate vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt in Höhe von 205 000 Euro. Das Gesamtvolumen des Owener Kämmereihaushalts 2006 erhöht sich nun um 3,4 Millionen Euro auf 9,6 Millionen Euro. Die Rücklage, die bereits zum Jahresende 2005 den für 31. Dezember 2006 angepeilten Stand von 2,3 Millionen Euro erreicht hatte, soll jetzt sogar bis auf 3,3 Millionen Euro klettern.

Bei diesen rosigen Aussichten auf die nähere Zukunft verwies Bürgermeister Roser aber auch auf die unvermeidliche Kehrseite der Medaille: Durch das ausgesprochen positive Ergebnis im Jahr 2006 muss die Stadt Owen für 2008 damit rechnen, dass die Zuweisungen um 310 000 Euro abnehmen, während die Umlagen um 950 000 Euro steigen werden. Das wiederum hat zur Folge, dass die Ausgaben des Verwaltungshaushalts 2008 nur mit einer Zuführung von 760 000 Euro aus dem Vermögenshaushalt gedeckt werden können. Diese Summe dürfte dann die allgemeine Rücklage wieder entsprechend belasten.