Lokales

Gewerbesteuer-Quelle sprudelt wie noch nie

Notzinger Kämmerer Sven Kebache stellt Finanz-Zwischenbericht vor

Solche oder ähnliche Zahlen darf Notzingens Kämmerer Sven Kebache laut Gemeinderat Herbert Hiller noch öfters dem Gremium präsentieren: Erstmals steigen die Gewerbesteuer-­Einnahmen voraussichtlich auf über eine Million Euro.

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Iris Häfner

Notzingen. „Wir haben eine Situation wie noch nie“, konnte Kämmerer Sven Kebache dem Notzinger Gemeinderat verkünden. Das Rekordergebnis der Gewerbesteuer-Einnahmen des vergangenen Jahres von mehr als 900 000 Euro wird heuer aller Voraussicht nach noch getoppt: Mit mehr als 1,1 Millionen Euro liegt die Summe deutlich – um mehr als das doppelte – über dem Planansatz. „Noch nie haben wir die Million geschafft. Das liegt an den guten Nachzahlungen aus dem Jahr 2012 und vor allem an den Vorauszahlungsanpassungen aus dem laufenden Jahr“, so der Kämmerer. Die Entwicklung zeige, dass sich viele Unternehmen im Ort in einer sehr guten wirtschaftlichen Lage befänden.

Trotz dieser positiven Nachrichten will Sven Kebache die Euphorie jedoch in Grenzen halten: „Das ist vielleicht nur eine einmalige Sache. Nicht zu vergessen ist auch, dass die höheren Gewerbesteuereinnahmen eine deutlich höhere Gewerbesteuerumlage zur Folge haben.“ Sollte die Einnahme wie prognostiziert ausfallen, müsste die Bodenbachgemeinde anstatt der bisher geplanten Gewerbesteuerumlage von 96 000 Euro rund 211 000 Euro an das Land entrichten.

Mindereinnahmen von über 35 000 Euro muss der Kämmerer dagegen bei den Kindergärten verzeichnen. Die pauschalen Zuweisungen, die die Gemeinde für ihre Kinder in den Kindergärten vom Land erhält, werden deutlich reduziert. „Grund hierfür ist ein neuer Maßstab, der die Zuteilung der Mittel neu bestimmt“, erläuterte Sven Kebache. Ansonsten muss er bei den übrigen Einnahmen aus Steuern und Zuweisungen von Bund und Land nach der Mai-Steuerschätzung keine wesentlichen Veränderungen hinnehmen.

Neben der Gewerbesteuer entwickelt sich das Haushaltsjahr 2014 bis auf wenige Mehrausgaben ebenfalls positiv. So sind beispielsweise die Einnahmen bei den Holzerlösen um knapp 11 000 Euro auf 32 000 Euro gestiegen. „Das Zwischenergebnis zeigt, dass sich der Verwaltungshaushalt erneut besser entwickelt als bisher in der Planung veranschlagt“, so der Kämmerer. Ursprünglich war er von einer Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt in Höhe von rund 470 000 Euro ausgegangen. „Unter Berücksichtigung des Zwischenergebnisses könnte sich nach gegenwärtigem Stand die Zuführungsrate gegenüber der Haushaltsplanung verdoppeln. Wie hoch sie tatsächlich ausfallen wird, bleibt jedoch bis zum Ende des Jahres abzuwarten“, warnte Sven Kebache nochmals vor allzu großen Erwartungen. Letztendlich sei der Betrag davon abhängig, wie sich die Steuereinnahmen, insbesondere die Gewerbesteuer, bis Jahresende entwickeln werden.