Lokales

Gewinn erwünscht?

Bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2003 im Gemeinderat konnte Owens Bürgermeister Siegfried Roser dem Gremium von einem positiven Ergebnis berichten, "an das niemand geglaubt hätte". Grund dafür sei die überraschend hohe Steuernachzahlung eines Gewerbebetriebs.

ANDREAS VOLZ

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OWEN War im Planansatz für den Owener Kämmereihaushalt 2003 noch ein Fehlbetrag in Höhe von 243 000 Euro verzeichnet, so konnte Bürgermeister Roser auf Grund der nicht erwarteten Mehreinnahmen doch noch feststellen: "Wir haben nunmehr eine positive Zuführungsrate, wie es eigentlich immer sein sollte." Mit 901 000 Euro handelt es sich dabei immerhin um die dritthöchste Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt in den letzten neun Jahre.

Der allgemeinen Rücklage konnte die Stadt Owen rund 609 000 Euro zuführen. Zum Jahresende 2003 hatte die Rücklage somit einen Stand von 3,67 Millionen Euro aufzuweisen. Roser bedauerte, dass er in den kommenden Jahren vermutlich keinen solch erfreulichen Finanzbericht mehr abgeben könne.

Die Gesamtschulden der Stadt lagen zum Jahresende bei 2,75 Millionen Euro, was einem Schuldenstand von 770 Euro pro Einwohner entspricht. Von den Schulden entfallen mehr als zwei Millionen Euro auf die städtischen Eigenbetriebe. Die Wasserversorgung hatte das Jahr 2003 mit einem Verlust von 24 500 Euro abgeschlossen, während die Abwasserbeseitigung einen Gewinn von 51 000 Euro erwirtschaftet hat.

Im Zusammenhang mit dem städtischen Eigenbetrieb Wasserversorgung hat der Owener Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, ein Gutachten zur Gewinnerzielung in Auftrag zu geben. Wenn die Absicht, mit der Wasserversorgung keinen Gewinn zu erzielen, aufgehoben wird, fallen Körperschafts- und Gewerbesteuern an. Was bislang vermieden werden sollte, könnte die Stadt alsbald in Kauf nehmen wollen: Trotz der anfallenden Steuern dürfte nämlich ein künftiger Gewinn des Eigenbetriebs in Form einer Konzessionsabgabe dem Kämmereihaushalt zusätzliche Einnahmen von bis zu 30 000 Euro bescheren. Eine mögliche neue Regelung bei der Wasserversorgung könnte aber frühestens im Haushaltsjahr 2005 greifen.