Lokales

Gipfel, Gletscher und Schluchten bezwungen

Klettersteige in der wilden Pala mit diesem Ziel fuhren sieben Bergsteiger des Deutschen Alpenvereins, Sektion Kirchheim, für sechs Tage in die Dolomiten. Dabei galt es Gletscher zu überqueren, Gipfel zu erklimmen und Schluchten zu bezwingen.

KIRCHHEIM Nach der Ankunft in San Martino di Castrozza wurde der Aufstieg zu der 2578 Meter hoch gelegenen Rosettahütte mit Hilfe einer Seilbahnfahrt zum Col Verde auf 1965 Meter verkürzt. Dadurch mussten die Kirchheimer nur 600 Höhenmeter aufsteigen.

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Am nächsten Tag ging es nach einem kurzen Abstieg zum Klettersteig Bolver Lugli. Dieser luftig ausgesetzte Steig führt durch eine 600 Meter senkrechte Wand mit Bändern, Kaminen und Rinnen zum Bivacco Fiame Galle. Nach einer kurzen Rast ging es weiter zum höchsten Gipfel der Pala, zur Cima della Vezzana mit 3192 m. Hier konnten die Mitglieder des Alpenvereins eine großartige Aussicht auf die Dolomitengipfel genießen und ihren weiteren Weg für morgen betrachten. Nach einem langen steilen Abstieg über Schneefelder ging es zur Rosettahütte zurück, die die Teilnehmer nach insgesamt sieben Stunden glücklich und zufrieden kurz vor einem Regenschauer erreichten.

Der darauffolgende Tag führte bei schönstem Wetter über eine einsame Hochfläche, ähnlich einer Kraterlandschaft, mit der Querung eines Gletschers, zum Gipfel des 2939 Meter hohen Cima de Fradustra. Nach einem kurzen steilen Abstieg gelangten die Bergsteiger zur schön gelegenen Pradidalihütte.

Ein Höhepunkt sollte der vierte Tag werden. Er begann mit einem steilen Abstieg in eine mit Schnee gefüllte Schlucht, bevor es dann senkrecht auf Eisenbügeln und auf schmalen Bändern an Drahtseilen gesichert, aus dieser dunklen, unheimlichen Schlucht nach oben zur Forcella Porton ging. Dort machten die Alpenvereinler direkt gegenüber der großen Kletterberge Sass Maor und Cima della Madonna Rast. An der bei Kletterern berühmten Schleierkante konnte die Gruppe Seilschaften beim Klettern beobachten. Ein kurzer Abstieg über den Velo Klettersteig führte zur Velohütte.

Am vorletzten Tag ging es direkt an der Schleierkante vorbei zur Forcella Stephen und weiter zum Gipfel Cima di Val di Roda. Dort wurden die sieben Bergsteiger mit einer grandiosen Aussicht über Türme, zackige Grate und markante Felsformationen der wilden Pala belohnt. Nach diesen beeindruckenden Ausblicken konzentrierten sie sich auf den Abstieg zur Pradidalihütte. Der Weg dorthin führte über den Klettersteig Nico Gusella zum Passo di Ball. An diesem Abend saßen alle gemeinsam im Wintergarten der Hütte und lauschten einer Bergmesse von 70 Jugendlichen. Zu bestaunen gab es außerdem ein gewaltiges Gewitter mit Hagel.

Am letzten Tag stieg die Gruppe durch eine unglaublich kontrastreiche Landschaft über Blumenwiesen zufrieden nach San Martino ab. Eine schöne Ausfahrt mit viel Sonne und abendlichen Gewittern in einer wilden Landschaft ging glücklich und ohne Unfall zu Ende.

as