Lokales

Glaubwürdig und offen im Dialog

KIRCHHEIM Am Samstag ist Pfarrer i. R. Walter Gölz im Alter von 76 Jahren gestorben. Im Ruhestand hatte er sich in Kirchheim auf vielfältige und beeindruckende Weise für das Gemeinwohl engagiert, unter anderem als Vorsitzender der Sanwald-Stiftung. Auch als Ruheständler hielt er regelmäßig Gottesdienste und kümmerte sich insbesondere um die Belange der Ökumene sowie um den christlich-islamischen Dialog.

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Geboren ist Walter Gölz am 21. September 1931 in Kaisersbach bei Welzheim. Als Pfarrersohn hatte er eine "bewegte" Kindheit und Jugend: Durch den Wechsel der Pfarrstelle kam die Familie Gölz von Kaisersbach nach Schwäbisch Hall, danach war sein Vater zuerst Dekan in Brackenheim und ab 1953 Dekan in Kirchheim. Walter Gölz durchlief die evangelischen Seminare in Blaubeuren und Maulbronn, studierte dann Evangelische Theologie in Tübingen und Göttingen und schloss das Studium 1957 mit dem ersten Examen ab. Nach den Vikarsjahren war er zuerst als Religionslehrer in Reutlingen tätig, ab 1966 Pfarrer in Beuren und von 1976 bis 1994 leitender Pfarrer der Herrenberger Diakonie-Schwesternschaft. Im Jahre 1994 ging er in den Ruhestand, seine Frau Elisabeth war schwer erkrankt und verstarb ein Jahr später.

Hier in Kirchheim war Walter Gölz in vielen Bereichen aktiv. Trotz Ruhestand und seiner schweren späteren Erkrankung hat er sich nie aus dem Engagement für seine Kirche zurückgezogen. Er arbeitete mit im Seniorenpfarrkranz und in der Sanwald-Stiftung. Unermüdlich übernahm er viele Vertretungsdienste in und um Kirchheim: Viele kennen seine eindrucksvollen, couragierten und geradlinigen Predigten, Vorträge und Bibelabende.

Den jüngeren Pfarrerskolleginnen und -kollegen war Walter Gölz ein interessanter Gesprächspartner und Mitstreiter. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) war für ihn zu einer wichtigen Aufgabe geworden, für diese Arbeit setzte er sich stark ein. Gerade die Ökumene, das Miteinander der Kirchen und der interreligiöse Dialog lagen ihm sehr am Herzen, besonders der christlich-islamische Dialog war ihm ein wichtiges Anliegen. Auch in der Kirchenmusik war er ganz zu Hause als Sänger im Martinskirchenchor oder im Förderverein Kirchenmusik.

Sein plötzlicher und trotz Krankheit überraschender Tod macht betroffen. Kirchheim verliert in Walter Gölz nicht nur einen hochgeschätzten Theologen, sondern auch einen Menschen, der durch seine Art, wie er anderen begegnete, und in seinem großen Engagement glaubwürdig und beeindruckend war. So offen, tolerant und großherzig er Menschen begegnete, so klar und eindeutig war er auch ein Mahner, wenn es um die Verantwortung als Christen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ging.

wk