Lokales

Gleich ein Spitzenspiel zum Auftakt

Nach sechs harten Wochen Vorbereitung und acht Testspielen wird es ernst: Morgen starten die VfL-Regionalliga-Basketballer in Rastatt-Rheinau in die Titelverteidigung. Das Gute bei diesem Auswärtsspiel zum Auftakt: Man hat nichts zu verlieren.

ULRICH TANGL

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KIRCHHEIM Beim direkten Konkurrenten um einen Spitzenplatz ist sicherlich auch eine Niederlage erlaubt, ein Sieg wäre dagegen eine echte Überraschung und würde dem VfL einen riesigen Auftrieb verleihen. Schließlich ist das Kirchheimer Team neu zusammengestellt, nur fünf Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison blieben übrig. Der TV Rastatt-Rheinau, der als Aufsteiger für Furore sorgte und gleich Fünfter wurde, hat sich noch einmal verstärkt, sodass Spielertrainer Zoran Seatovic ganz offen über seine Ziele sprechen kann: "Wir würden schon gerne die Aufstiegsrunde erreichen. Es gibt einige Sponsoren, die signalisiert haben, in der zweiten Liga einzusteigen."

Mit Aufbauspieler Lars Moysich und Jugend-Nationalspieler Dima Binkovsky ist der TV noch besser geworden, der Wunsch von Seatovic, auch noch einen guten Flügelspieler zu verpflichten, ließ sich dagegen nicht verwirklichen. Denn der Kroate will sich allmählich vom Feld zurückziehen: "Ich werde auf jeden Fall mehr auf der Bank sein als auf dem Feld." Und: "Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn ich nicht mehr spielen müsste."

Das sieht beim VfL natürlich völlig anders aus. Da ist der Trainer 59 Jahre alt und alle Spieler heiß auf das Basketballfeld. Zurückhalten müssen sich allerdings noch Marco Stifel und Michael Weiß, die beide verletzungsbedingt morgen nicht auflaufen können. Und natürlich James Hayden, der drei Spiele Sperre wegen seiner Unsportlichkeit aus dem letzten Aufstiegsrundenspiel gegen den MTV Kronberg absitzen muss. Schon jetzt bewährt sich damit der große 13er-Kader. Dennoch wird neben Hayden vor allem Stifel vermisst werden, denn jeder große Spieler wird gegen TV-Center Joel Nganko, der in der vergangenen Saison die Liga unter den Körben beherrscht hat, gebraucht werden.

Am Mittwoch, beim letzten Testspiel, war das kleine Loch unter dem Korb noch nicht so augenfällig, da Gegner TSG Reutlingen außer Peter Janovsky keine richtigen Riesen hatte. Leftakis war auf jeden Fall erstmals einigermaßen zufrieden, wie das Team seine Offensiv- und Defensiv-Strategien umsetzte. Das Ergebnis von 78:56 gegen den erklärten Topfavoriten der Oberliga mit vier Spielern aus der Rottenburger "Konkursmasse" war zweitrangig, erfreulich war aber, dass sich auch Ergänzungsspieler wie Robert Bruck und Franjo Kikic durchaus eindrucksvoll in Szene setzen konnten. Neuzugang Kai-Uwe Kranz zeigte noch Probleme bei seiner eigentlichen Stärke, dem Wurf von außen, und bekommt deshalb von nun an, da im Training viel Taktik und relativ wenig werfen geübt wird, zweimal die Woche Sonderlektionen.

Heute gilt's also, und es wäre natürlich toll, wenn die interne Rechnung von drei Siegen aus den ersten vier Spielen gleich mit einem Erfolg versehen werden könnte. Fans, die den Weg in die Gustav-Heinemann-Schule (Spielbeginn 19 Uhr) nicht finden, können sich übrigens über die VfL-Homepage www.vfl-kirchheim-basketball.de informieren, wo die Viertelergebnisse verkündet werden. Einen ganz neuen Service gibt es über basketball-bund.net: Dort werden alle Regionalligaergebnisse kurz nach Spielende eingegeben, sodass auch die Konkurrenz und die Tabelle hautnah beobachtet werden können.

VfL Kirchheim:

Bouwmeester, Bruck, Hayden, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic, Reiter, Tsouknidis, Zeitler.