Lokales

Gleisarbeiten mit zahlreichen Hindernissen

Nach anfänglichen Irritationen läuft der Verkehr nun reibungslos auf den Umleitungsstrecken. Gleich drei Hindernisse galt es zu beachten: Gleisbauarbeiten in Oberlenningen, Erdrutsch auf der Gutenberger Steige und Belagsarbeiten auf der Alb.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Zunächst habe ein bisschen Chaos geherrscht, war gestern Morgen aus Lenningen zu hören, auch der Busverkehr war davon betroffen, denn für kurze Zeit war um Oberlenningen so ziemlich jeder Hauptdurchgangsverkehr lahm gelegt. Das Nachsehen hatten die Frühaufsteher, denn wer um 7 Uhr am Fuße der Grabenstetter Steige angekommen war, befand sich in einer Sackgasse. Rechts abbiegen war wegen der in Bewegung geratenen Felswand oberhalb der Gutenberger Steige für den Fernverkehr nicht möglich, links abbiegen aber auch nicht, denn ein Sperrschild machte darauf aufmerksam, dass die Ortsdurchfahrt Oberlenningen wegen Gleisarbeiten unpassierbar war. Eine Rückkehr auf die Alb war aber auch nicht möglich, denn ab Grabenstetten war die Straße in Richtung Böhringen wegen Belagsarbeiten gesperrt.

Als Mann der Tat erwies sich Klaus Langer, Leiter der Straßenmeisterei in Kirchheim, nachdem es offenbar Abstimmungsschwierigkeiten zwischen zwei Landratsämtern und zwei Regierungspräsidien gegeben hat. "Nachdem die Gleisarbeiten schon zweimal verschoben wurden, wollten die Arbeiter tatkräftig um 7 Uhr loslegen", beschreibt er die Situation am Werksgleis der Papierfabrik Scheufelen. Zwischenzeitlich hatte die Beschilderungsfirma pünktlich wie ausgemacht um 7 Uhr die Schilder aufgestellt. Dies mussten die Arbeiter jedoch wieder rückgängig machen, und somit lief der Verkehr wieder durch Oberlenningen. Das hatte jedoch zur Folge, dass die Gleisarbeiter wieder zum Nichtstun "verdammt" waren.

Ein Telefonat zwischen den Straßenmeistereien brachte Klarheit: Die Sperrung zwischen Grabenstetten und Böhringen dauerte noch bis gegen 9 Uhr, und ab diesem Zeitpunkt konnten die Gleisarbeiten tatsächlich beginnen. "Das Verkehrschaos hält sich in Grenzen", konnte Günther Kern, Hauptamtsleiter des Lenninger Rathauses, erfreut berichten. Wegen der zweitägigen Verzögerung ursprünglich sollte mit den Arbeiten schon am Dienstag begonnen werden endet die Sperrung voraussichtlich im Laufe des Dienstags.

Mit etwas Glück und gutem Wetter ist ab Mittwochabend auch die Gutenberger Steige wieder für den Verkehr offen. Auf einer Breite von 20 Metern und auf einer Länge von 150 Metern den Berg hinauf müssen mehr oder weniger in Handarbeit Fels, Geröll und Bäume abgetragen werden. "Etwa 20 Prozent der abgebrochenen Felsscholle ist auf der Straße gelandet, die restlichen 80 Prozent sind noch im Hang", schätzt Klaus Langer. Die Arbeiten sind gefährlich. "Ein Schubs mit dem Schuh gegen einen Baum kann reichen, um 20 Tonnen Fels und Erde ins Rollen zu bringen", beschreibt der Leiter der Straßenmeisterei die Lage. Die Spezialisten müssen deshalb von oben Schritt für Schritt mit Hebelwerkzeugen das Material nach unten schaffen. Der Einstieg dafür ist über die Kletterfelsen bei Schopfloch, die Arbeiten erfolgen bergmännisch, frei schwebend. Welche Kräfte dabei freigesetzt werden, ist nicht vorauszusehen. "Schon beim ersten Mal kann das komplette Material auf die Straße rutschen, mitunter muss dieser Vorgang aber mehrere Male wiederholt werden", erklärt Klaus Langer. Ein starker Regen kann jedoch auch genügen, um tonnenweise das Material wie auf einer Rutschbahn nach unten gleiten zu lassen. "Die Schwäbische Alb wandert, das ist eine natürliche Erosion", beschreibt der Fachmann diesen Vorgang.

Der Verkehr in Richtung Kirchheim wird über Schopfloch, Ochsenwang und Nabern umgeleitet, nach Süden verläuft die Umleitung auf der B 28 über Grabenstetten und Böhringen.