Lokales

Glück mit Kindern in Madagaskar geteilt

Zum zweiten Mal nach 2005 konnten 100 madagassische Schüler im "sicheren Hafen" Antseranantsoa dank der vielfältigen Hilfe aus Kirchheim und Umgebung Weihnachten feiern. Stefan Büschelberger, Vorsitzender des deutsch-madagassischen Vereins "Ny Hary", der im Städtchen Miarinarivo mit seiner einheimischen Ehefrau Yvette das Hilfsprojekt betreut, zieht positive Bilanz.

KLAUS HEIMER

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MIARINARIVO "Wir haben alle gemeinsam außerordentlich viel erreicht. Eine zunehmende Zahl von deutschen Schülern steht ihren Freunden in Madagaskar auf ihrem Bildungsweg zur Seite. Dass teilweise noch jüngere Kinder sich etwas von ihrem Taschengeld absparen, um hier zu helfen, nehmen sich die jungen Madagassen in unserem Projekt sehr zu Herzen", betont der Vereins-Vorsitzende Stefan Büschelberger, 8 000 Kilometer von Kirchheim entfernt.

Herausgestellt wird der Einsatz der Vereinsmitglieder, die bei Aktivitäten in Fußgängerzonen, auf Weihnachtsmärkten, bei Konzerten, in Zeitungen, im Internet oder im Freundeskreis erfolgreich für die gemeinsame Sache werben. "Manche von ihnen haben bei privaten Anlässen auf Geschenke verzichtet, um ihr Glück mit Kindern im weit entfernten Madagaskar zu teilen."

Herausgestellt wird auch die Unterstützung durch die Landesstiftung Baden-Württemberg bei der Schülerspeisung, der Einrichtung der Werkstatt und beim Aufbau des Zucht- und Landwirtschaftsbetriebes. Auf dem inzwischen 1,5 Hektar großen Grundstück werden Reis, Mais, Gemüse- und Obstsorten sowie Kräuter angebaut, um die Küche kostengünstig mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Büschelberger: "Dank dieser Entlastung haben wir das fast Unmögliche geschafft den Bau des Schlafgebäudes für 72 Kinder aus vereinseigenen Mitteln."

Herausragendes Ereignis sei der Besuch von Eva-Luise Köhler, der Frau des deutschen Bundespräsidenten, im April gewesen. Beim Staatsbankett sei das Projekt "Ny Hary" als Beispiel für sinnvolle Entwicklungshilfe auf der Insel gewürdigt worden.

Das Bildungszentrum habe inzwischen die ersten Gehversuche hinter sich. In den vergangenen Wochen wurden Seminare über neue Reisanbaumethoden oder die Herstellung von Heizbriketts aus Kuhmist, Gras und Erde durchgeführt, die von den Kindern mit viel Interesse aufgenommen wurden und teilweise schon in ihren Heimatdörfern Anwendung finden. Nächstes größeres Ziel sei die Ausstattung einer Schülerbibliothek. Stefan Büschelberger: "Aber auch wir können viel von den Kindern lernen: ihr liebenswerter und friedlicher Umgang untereinander und die Lebensfreude, die sich trotz vieler schwieriger Schicksale in den lächelnden Gesichtern widerspiegelt. Mich erinnert das oft an ein Lied aus meiner Kindheit: ,Froh zu sein bedarf es wenig, doch wer froh ist, ist ein König'."