Lokales

Glücksklee für den neuen Wernauer Rathauschef

WERNAU Mit einer fröhlichen Feier wurde Wernaus neuer Bürgermeister in sein Amt eingeführt. Armin Elbl war am 21. Oktober im ersten Wahlgang mit 63,7 Prozent gewählt worden. Seit 1. Januar arbeitet er nach 14 Jahren als Kämmerer nun

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REGINA SCHULTZE

als Rathauschef von 145 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Den Glanzpunkt der Reden setzte Köngens Bürgermeister Hans Weil, der die Nachbarkommunen vertrat. Mit einer kabarettistischen Meisterleistung erntete er Beifallsstürme in der voll besetzten Stadthalle.

Obwohl er das Ende der Rednerliste zierte, gewann Weil sofort die Herzen, indem er bemerkte, dass die Gäste doch allmählich zum Tagesordnungspunkt "schwäbisches Fingerfood und Freibier" übergehen wollten. Dann buchstabierte er den Namen des neuen Kollegen: Elbl übersetzt er mit "Ein Lichtblick" und Armin mit dem Tipp "Allen recht machen ist nichts".

Schwerkraftgesetz hin oder her als ehemaliger Kämmerer wisse Elbl, dass sich ein voller Beutel leichter trägt als ein leerer. Originell Weils Verknüpfung zu Elbls Vorgänger Roger Kehle. Der ist seit Januar geschäftsführender Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags und verfolgte das Geschehen aus der ersten Reihe. Weil riet Elbl: "Bleiben Sie gelassen und greifen Sie niemanden an die Kehle, wenn Sie jemand fragt: Alles roger?" Mit Bonmots und Anekdoten ging es weiter, bis Weil zum Schluss unter großem Gelächter begründete, warum die Nachbar-Bürgermeister keinen Blumenstrauß für Elbls Frau Marion mitgebracht hatten: "Am Blumen-Gutschein des Landrats Heinz Eininger haben wir uns per Kreisumlage längst beteiligt." Der Landrat hatte dem 44-jährigen Diplom-Verwaltungswirt die Wahlprüfungsurkunde überreicht, nachdem Elbl von seinem Stellvertreter Joachim Ungethüm ins Amt eingeführt worden war und den Diensteid als Beamter gesprochen hatte. "Ein exzellenter Fachmann sind Sie", bescheinigte Eininger dem Finanzexperten und äußerte die Hoffnung, "dass Sie auch ein exzellenter Bürgermeister werden". Das würden die nächsten 2915 Tage zeigen. In diesen acht Jahren Amtszeit seien die Wochenenden wohlweislich eingerechnet, meinte Eininger. "Die sind halt meist auch mit dabei."

Zunächst wurde allen Gästen tüchtig der Marsch geblasen: Der Musikverein Stadtkapelle Wernau unter Leitung von Harry D. Bath hatte die festliche Gemeinderatssitzung eröffnet, zu der auch die Landtagsabgeordneten Carla Bregenzer (SPD) und Karl Zimmermann (CDU) gekommen waren. Gerold Bertsch sprach für die Wernauer Selbstständigen. Er äußerte den Wunsch an Elbl, "dass alle am Wirtschaftsleben Beteiligten in Ihnen einen Ansprechpartner finden, der bereit ist, den Wirtschaftsstandort Wernau weiter zu entwickeln". Im Trio betraten die Rektorinnen Claudia Frey und Katharina Rebmann und Rektor Jürgen Schaller die Bühne. Sie lobten die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem einstigen Kämmerer und überreichten ihm mit guten Wünschen Glücksklee im Blumentopf, ein DIN A 4-Blatt großes vierblättriges Kleeblatt und einen Schoko-Marienkäfer.

Alfred Freistädter sprach für die 97 Vereine der Stadt und meinte: "Mir persönlich würde daran liegen, die gegenseitige Unterstützung (zwischen Stadt und Vereinen) noch weiter auszubauen." Personalratsvorsitzender Peter Dengler wünscht sich "eine frühe Beteiligung an den Personalangelegenheiten und dass hierbei jeder Teilnehmer am Verhandlungstisch die gleichen Informationen hat". Der Personalrat kenne sehr wohl die Gesetze und Bestimmungen, wolle aber auch künftig nicht von hinten als Wadenzwicker, sondern in Augenhöhe von vorn auf den Bürgermeister zukommen.

Volksnah zeigte sich Elbl. Er dankte seiner Frau und den Söhnen Patrick und Dominik für ihre Unterstützung und versprach, "eine offene Tür und ein offenes Ohr für alle" zu haben. Als ehemaliges Kind der Stadt übernehme er nun die Verantwortung als Stadtvater für die Kinder, die heute in Wernau aufwachsen. Er wolle die Angebote für Kinder und Jugendliche, junge Familien, Alleinerziehende und Senioren weiter entwickeln. "Ich bin gerne Wernauer, ich fühle mich hier wohl ich bin stolz, Wernauer zu sein. Und ich wünsche mir, dass es allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ebenso geht", meinte der Mann mit dem Prädikatsexamen. Auf dem Türschild steht jetzt zwar ,Bürgermeister'. "Aber ich bleibe, wer ich bin: Ihr Armin Elbl.