Lokales

Goldene Regel: "Disziplin und Ruhe"

Die Klasse 8a der Eduard-Mörike-Schule Ötlingen war zu Besuch beim Kraftsportverein Esslingen 1894 in Mettingen. Unter Kraftsportverein hatten sie sich eigentlich einen Verein vorgestellt, der Gewichtheben und Ringen macht, aber weit gefehlt: Dort wird seit 52 Jahren Judo betrieben und zwar Judo als Wettkampfsport und auch für Jugendliche zusammen mit der Polizei zur Selbstverteidigung.

ESSLINGEN Judo als Wettkampfsport bedeutet für den Kraftsportverein Esslingen 1894, dass er der beste in Baden-Württemberg ist. Der Mettinger Verein hat schon einige Wettkämpfer gestellt, die in deutschen Meisterschaften vordere Plätze belegten. Ansonsten sieht man Judo auch als einen guten Sport zur Körperbeherrschung und Selbstverteidigung. Rolf Kersten, ein lizenzierter Übungsleiter des Vereins, bezeichnet Selbstverteidigungstraining auch als eine Möglichkeit, die Selbstdarstellung zu trainieren und zu verbessern.

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Bevor die Ötlinger Achtklässler einige Übungen mit Rolf Kersten machten, erfuhren sie noch einige Fakten über den Verein: Besonders stolz sind die Mettinger auf ihre neue Trainingshalle, die seit März genutzt wird und die nur durch viel Eigenleistung erstellt werden konnte. Seit diesem Jahr kann man im Verein auch Aikido, Karate und Taekwondo trainieren. Der Verein besteht aus ungefähr 700 Mitgliedern.

Besonders wichtig ist für alle im Verein die Jugendarbeit. Bereits Kinder unter sieben Jahren treffen sich in einer "Rangelgruppe". Ab sieben Jahren kümmert sich ein Übungsleiter um ungefähr 15 Kinder beim Training. Während des Trainings gilt die goldene Regel: "Disziplin und Ruhe". Wer diese Regel nicht einhält, darf sich bei Liegestützen abreagieren.

Zu Beginn des Trainings begrüßen sich die Gruppenteilnehmer mit einer eintrainierten Verbeugungszeremonie. Danach beginnt die Aufwärmarbeit: Roll-, Fall- und Geschwindigkeitsübungen. Das gesamte Training findet in der mit Matten ausgelegten Halle statt. Die Matten dürfen nur ohne Schuhe und mit sauberen Füßen betreten werden.

Zum Abschluss ihres Besuchs zeigte Rolf Kersten den Ötlinger Schülerinnen und Schülern noch verschiedene Übungen, die man anwenden kann, wenn man von Älteren oder Stärkeren bedroht wird. Alle Übungen sind zur Verteidigung, nicht zum Angriff.

Rolf Kersten macht diese Übungseinheiten auch zusammen mit der Polizei, um Jugendliche zu stärken und selbstsicher zu machen. Den Ötlingern zeigte er Abwehrübungen bei Schlägen gegen den Kopf und die Arme, oder wie man sich bei einem Angriff auf die Beine wehren kann. Außerdem erfuhren die Achtklässler, dass man bei jedem Angriff laut schreien sollte, um die Umgebung auf die Gefahr aufmerksam zu machen.

Klasse 8a

Eduard-Mörike-Schule Ötlingen