Lokales

Grabräuber sind unterwegs

Bald schmilzt der Schnee, dann kommen sie wieder. Nicht mit Schaufel und Sack so leicht sind sie nicht auszumachen. Sie kommen allein, zu zweit oder gleich als Gruppe, mit Hund oder ohne, getarnt als harmlose Spaziergänger: die Grabräuber.

GRABENSTETTEN Diese besondere Spezies führt verborgen etwas mit sich, das in Baden-Württemberg streng verboten ist: ein Metallsuchgerät, auch Detektor genannt. In ruhigen Tageszeiten, besonders bei schlechtem Wetter, ist der Heidengraben auf der Alb verstärkt das Ziel der Raubgräber.

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Warum in letzter Zeit Raubgrabung allgemein überhand genommen hat, lässt sich nicht so schnell erklären. Die spektakulärste diesbezüglich war vor kurzem die Geschichte der Himmelsscheibe von Nebra. Funde im Boden gehören dem Land Baden-Württemberg und somit allen. Sie sind Kulturgeschichte.

Nur der Fund an Ort und Stelle dokumentiert und ausgewertet lässt Schlüsse auf die örtliche Vergangenheit zu, auch wenn es nur so genannte Kleinfunde sind, zum Beispiel Münzen, denn deren Prägungen lassen Rückschlüsse auf die jeweiligen Herrschaftsverhältnisse vor Ort oder frühere Handelsströme zu. Tauchen Raubfunde später wieder irgendwo auf, ohne die genauen Kenntnisse ihres ursprünglichen Auffindungsorts, sind sie für die wissenschaftliche Aufarbeitung wertlos.

Ein Ziel des Fördervereins Heidengraben ist, dieses archäologische Besonderheit zu schützen. Der Aufruf des Vereins erfolgt deshalb, weil aufmerksamen Mitgliedern verstärkt Aktivitäten von Raubgräbern am Heidengraben aufgefallen sind.

Der Förderverein bittet alle, die Augen offen zu halten. Wer verdächtige Aktivitäten bemerkt, sollte die Beobachtungen sofort melden, entweder dem Rathaus, der Polizei oder dem Vorstand des Fördervereins Heidengraben, Telefon 0 73 82/93 68 16, Rose Gruner, oder 0 70 26/51 94, Thomas Brox.

wb