Lokales

Grimm beisstauf die Zähne

Der Pechvogel des vergangenen Spieltages kam an Krücken und mit Schiene am linken Bein ins Stadion an der Jesinger Allee: VfL-Talent Michael Kutscher betrachtete sich den 1:0-Sieg seiner Kollegen gegen den TB Kirchentellinsfurt von den Zuschauerrängen.

KIRCHHEIM Trotz seines Kreuzbandrisses wirkte der Youngster gefasst. "Das ist die erste ernsthafte Verletzung, seit ich Fußball spiele und von daher ein ungewohntes Gefühl", so Kutscher, "aber da muss ich jetzt eben durch." Noch in dieser Woche (Kutscher: "Vermutlich am Freitag") findet der operative Eingriff statt. Der andere Lädierte aus der Partie gegen Au, Kapitän Mario Grimm, lief vorgestern doch noch auf. Einen Belastungstest kurz vor dem Anpfiff bestand der 26-jährige, quälte sich allerdings sichtbar durch die Partie. Nichtsdestotrotz war Grimm ("auch in der kommenden Woche wird wohl kein Training möglich sein") bis zu seiner Auswechslung trotz eines schmerzhaften Blutergusses an der linken Hüfte ein Ruhepol in der zentralen Kirchheimer Defensive.

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Nach Grimms Aus in der 71. Minute kam nicht nur einmal Hektik in der VfL-Abwehrabteilung auf. Zwar hatte VfL-Trainer Michael Rentsch-ler bei seiner Analyse recht (siehe Spielbericht), doch allzu sicher sah das VfL-Treiben in der eigenen Hälfte vor allen Dingen in der Schlussviertelstunde nicht aus. Gegen einen stärkeren, präziser und schneller nach vorne spielenden Gegner hätte der Erfolg sicher noch mehr auf der Kippe gestanden, als dies ohnehin der Fall war.

Andererseits war die Nervosität der Kirchheimer in den letzten Spielminuten verständlich. (Einwechselspieler Coskun Isci: "Ich habe nur noch den Ball wegggedroschen"), denn es waren wirklich "Big Points" in dieser Partie zu vergeben. Dass der Club aus der Teckstadt letztlich doch seine imposante Serie auf 16 Punkte aus sechs Partien im Jahr 2006 schraubte, lag auch an Neuzugang Pavel Ferenz. Im sechsten Spiel für die Kirchheimer gelang dem früheren Erndtebrücker bereits das vierte Tor. Kirchheimer wie Kirchentellinsfurter Trainer waren sich nach dem Match in einem Punkt einig. "Ein klar verdienter Sieg", befand in der Pressekonferenz auch TB-Coach Thomas Schwend.

Ein Tor in neunzig Minuten das hieß übrigens wenig Arbeit für Stadionsprecher Walter Rau, der am Samstag seine Premiere in dieser Funktion feierte. Erst um kurz vor 13 Uhr war der frühere VfL-Bezirksligaakteur von VfL-Manager Norbert Krumm aktiviert worden. Aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen waren alle anderen potenziellen Sprecherkandidaten unabkömmlich. Diplom-Sportökonom und A-Lizenzinhaber Rau zum VfL-Sieg: "Mühsam, aber hochverdient."

rei