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Die anstehende Neustrukturierung der Musikschule Ebersbach/Schlierbach beschäftigte die Ratsmitglieder in der letzten Sitzung des Schlierbacher Gemeinderats. Einigkeit herrschte darüber, das vom Direktor der Internationalen Musikschulakademie Schloss Kapfenburg Erich Hacker vorgestellte Grobkonzept weiterzuverfolgen.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH "Wenn wir am derzeitigen System nichts ändern, laufen uns die Kosten aus dem Ruder", stellte Bürgermeister Paul Schmid fest. Dennoch solle die Musikschule erhalten bleiben, erfülle sie doch eine nicht zu unterschätzende Bildungsaufgabe. Die Frage sei nun, wie man die Musikschule strukturell an die heutigen Anforderungen anpassen könne.

Um die Zukunftsfähigkeit der Musikschule sicherzustellen, schlägt Erich Hacker neben einem ausgewogenen Mix von Beschäftigungsverhältnissen, einem betriebswirtschaftlich orientierten Budget und einer Erweiterung des Unterrichtsangebots auch die Einführung eines dynamischen Unterrichtssystems vor. Geleitet werden soll die Musikschule in ihrer neuen Struktur von einem hauptamtlichen Musikschulleiter. Besonders von der Einführung eines dynamischen Unterrichtssystems verspricht sich Hacker ein großes Einsparpotenzial im Personalbereich. Über die durchgängige Umsetzung einer Wechselstruktur aus Einzel-, Gruppen- und Ensembleunterricht für die Schüler ließen sich etliche Deputatsstunden einsparen.

Auch die Schüler würden von einem Anfangsunterricht zu zweit profitieren, die Hereinnahme von bisher kostenlosen Zusatzangeboten wie den fächerübergreifenden Ensembleeinheiten in das gebührenfinanzierte Angebot der Musikschule würde zu einer besseren Gewinnausschöpfung je Lehrkraft beitragen. So könne dann auch die neu zu schaffende Stelle des hauptamtlichen Musikschulleiters finanziert werden. Gerade dem Leiter komme in der neuen Struktur erhebliches Gewicht zu, müsse er doch nicht nur die Einhaltung des Budgets sicherstellen, sondern auch darüber wachen, dass das dynamische Unterrichtskonzept konsequent umgesetzt werde. "Nur dann rechnet sich die Umstrukturierung auch finanziell", machte Hacker deutlich.

Generell wurde die vorgestellte neue Struktur von allen Gemeinderäten für gut befunden. Allerdings schieden sich die Geister zum einen an den Anlaufkosten, zum anderen daran, dass der Beschlussantrag der Verwaltung keine genauen Zahlen nannte, wie denn Erfolg oder Misserfolg der Umstrukturierung nach der Anlaufzeit finanziell gemessen werden könne. Bürgermeister Schmid und Erich Hacker gehen davon aus, dass in den nächsten beiden Jahren auf die Gemeinden Schlierbach und Ebersbach jährliche Mehrkosten von insgesamt rund 50 000 Euro zukommen werden, bevor im dritten Jahr die Maßnahmen hoffentlich greifen.

Während die CDU-Fraktion davon ausgeht, dass sich die Anlaufkosten über die angepeilten Einsparungen refinanzieren, wollten die Freien Wähler doch lieber eine genaue Zahl zur Abmangelreduzierung im Beschlussantrag verankert wissen. Deshalb brachte die FUW-Fraktion einen eigenen Antrag ein, der neben einer Festschreibung des Abmangelbetrags auf 150 Euro pro Schüler im dritten Jahr nach der Umstrukturierung auch die Kündigung des Kooperationsvertrags zum 1. Dezember 2008 vorsah, wobei die Kündigung nur dann wirksam werden sollte, falls der Abmangelbetrag den vorgeschlagenen Wert übersteigt.

Dieser Antrag stieß sowohl beim Bürgermeister wie auch in der CDU-Fraktion auf deutliche Ablehnung. Zum einen, so Bürgermeister Schmid, sei es unmöglich vorauszusehen, ob sich dieser Betrag schon nach drei Jahren erreichen ließe. Kurt Moll von der CDU nannte den Antrag schlicht "unglücklich" und bat seine Kollegen, von dem Antrag wieder abzusehen.

Am Ende einigte sich das Ratsgremium auf den von Bürgermeister Schmid vorgeschlagenen Kompromiss, den Antrag der Verwaltung dahingehend zu ergänzen, dass das Gesamtbudget von 100 000 Euro für die Anlaufkosten nicht überschritten werden sollte. Der Kompromiss wurde bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen auf Seiten der FUW-Fraktion schließlich angenommen.