Lokales

Große finanzielle Herausforderungen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,es geht ein Jahr zu Ende, das für die Stadt Kirchheim unter Teck eine Neuausrichtung sowohl an der Verwaltungsspitze als auch in Teilen des Gemeinderates mit sich brachte.

Gemeinsam mit den Vereinen und den Schulen konnten wir die Schließung des Hallenbades verhindern und für dessen Attraktivitätssteigerung sorgen. Wir haben vieles aufgegriffen, das im nächsten Jahr fortgesetzt werden muss. So der Ausbau der Ganztagesbetreuung an den Schulen, das Erarbeiten von Grundlagen einer effektiven Wirtschaftsförderung und einer gesunden Stadtentwicklung, damit Altes und Neues miteinander gedeihen kann, und nicht zuletzt die Planung eines Hallenbades, das mit überschaubaren Risiken umgesetzt werden kann.

Anzeige

Für das zurückliegende Jahr möchte ich all denjenigen danken, die sich ehrenamtlich in das vielschichtige städtische Leben eingebracht und damit wesentlich zum Funktionieren unseres Gemeinwesens beigetragen haben. Ein Gemeinwesen, in dem die Grundbedürfnisse der Menschen nach Beheimatung, Geborgenheit, Zufriedenheit, Sicherheit, Begegnung und Nachbarschaft erfüllt werden und in dem ein Zusammenleben in Toleranz, mit Eigeninitiative sowie in sozialer Verantwortung ermöglicht wird.

Das Jahr 2005 bringt viele Neuerungen. Auf Grund der Verwaltungsstrukturreform werden das Amt für Flurneuordnung sowie die Gewässerdirektion ihren Sitz in Kirchheim aufgeben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben alles getan, um Hartz IV reibungslos umzusetzen. Auf dem Krankenhaussektor gibt es ab 2005 das Klinikum Kirchheim-Nürtingen. Auf Grund der Strukturentscheidung des Kreistages müssen wir Abschied nehmen von der Grund- und Regelversorgung vor Ort. Wir haben diese politische Mehrheitsentscheidung zu respektieren. Ich bitte die Ärzte und Patienten eindringlich, durch das Einweisen und das Annehmen des Krankenhauses den Klinikstandort Kirchheim zu sichern.

Der annähernd 30 Jahre dauernde Kampf und die Verwirklichung der S-Bahn-Verlängerung wird weitergehen. Ich danke den Umlandgemeinden, die weiter zur Mitfinanzierung dieses Projektes stehen.

Die Stadt Kirchheim unter Teck steht wie viel Kommunen Deutschlands vor großen finanziellen Herausforderungen. Dabei sind wir mehr denn je auf die Solidarität der Bürgerschaft angewiesen. Durch die Anhebung der Kreisumlage und Umlagen an das Land zur Konsolidierung des Landeshaushaltes hat sich der städtische Haushalt zusätzlich um über eine halbe Million Euro verschlechtert. Der Bund konnte sich nicht zu einer Reform der Gemeindefinanzierung durchringen, die zwingend notwendig gewesen wäre und die den Namen Reform verdient gehabt und die Kommunen in die Lage versetzt hätte, ihren Aufgaben nachzukommen.

Der Haushalt 2005 ist noch nicht verabschiedet. Ich bin aber davon überzeugt, dass mit dem Gemeinderat ein gangbarer Weg gefunden wird. Die Worte unseres Bundespräsidenten möchte ich all unserem Handeln voranstellen, denn "Politik darf nichts vormachen, was nicht haltbar ist". Weitblick und verantwortungsvoller Mut sind mehr denn je gefordert. Angesichts der verheerenden Folgen der Flutkatastrophe in Südostasien, die Häuser, ganze Gebiete und unzählige Menschenleben zerstörte, fällt es schwer, mit Zuversicht ins neue Jahr zu gehen. Deutlich werden uns unsere Grenzen aufgezeigt. Ebenso der nur vermeintlich geglaubte beherrschbare Umgang mit unserer Umwelt.

Ich wünsche Ihnen ein hoffnungsvolles und glückliches Jahr 2005. Einbeziehen möchte ich all diejenigen, die immer wieder in unsere Stadt kommen, weil sie hier ihren Arbeitsplatz haben oder weil Kirchheim ihre bevorzugte Einkaufs-, Schul-, Kultur- und Sportstadt ist.

Mit freundlichen Grüßen Ihre Angelika Matt-Heidecker