Lokales

Große Hilfe für kleine Patienten

Beinahe hätte es dieses Jubiläum nie gegeben, denn 1997 wäre der Kinderpflegedienst beinahe eingestellt worden. Sein Träger, die Katholische Gesamtkirchengemeinde Esslingen, konnte das Defizit nicht mehr schultern. Schließlich sprangen die Malteser als neuer Träger ein.

PETER DIETRICH

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ESSLINGEN Seit Anfang des Jahres arbeiten die Dienststellen in Esslingen und Schwäbisch Gmünd zusammen. Insgesamt sind von beiden Orten 17 Kinderkrankenschwestern zur häuslichen Pflege unterwegs, teils in Vollzeit, teils in Nebenbeschäftigung. Manche seit vielen Jahren, wie Gisela Herrmann, die von Anfang an dabei war. "Es war ein Abenteuer", meint sie im Rückblick auf die Gründerzeit, als es galt, bei manchem anfangs skeptischen Kinderarzt um Vertrauen zu werben.

Die Skepsis ist längst verflogen, jüngst durfte ein Kind direkt von der Intensivstation in die häusliche Pflege. "Man traut es uns zu", freut sich Markus Zobel, verantwortlich für die Gesamtpflegedienstleitung. Gäbe es die Schwestern nicht, müssten viele Kinder stattdessen ins Krankenhaus oder aber länger dort bleiben. Nur ein Drittel ihrer Zeit könne sie der Arbeit am Kind widmen, berichtet Gisela Herrmann, den Rest benötige sie für Rückfragen und Anweisungen an die Eltern: "Ich kann erst aus dem Haus gehen, wenn sich die Mutter sicher fühlt."

Im Dienst ist oft Flexibilität gefragt: Manchmal ruft am Freitag ein Kinderarzt an und bestellt für Samstag eine achtstündige Pflege, manchmal stehen spätabends noch Einsätze an. Da sei ein "ganz toller Kollegenkreis" wichtig, betont Renate Bauer, seit 1997 dabei. Psychisch belastend kann der Dienst schon sein, denn die Schwestern sind vor Ort auf sich allein gestellt und von Anfang an gehörte auch die Sterbebegleitung dazu. Letztere wird seit einigen Jahren durch die ehrenamtlichen Paten des Kinderhospizdienstes unterstützt. Doch für die Schwestern gibt es auch viele schöne Erlebnisse: Die Gastfreundschaft der Eltern oder ein kranker Vierjähriger, der der Schwester gleich beim ersten Besuch versichert, sie könne bei ihm schlafen.

Ein schönes Ereignis war auch das Benefizkonzert zum zehnjährigen Jubiläum. Rund 90 Musiker hatte André Stoll im Esslinger Münster Sankt Paul versammelt, drei der Gruppen leitete er selber: den Posaunenchor Unterensingen, das Posaunenquartett "Po Qua" und die Jugendkapelle des Musikvereins Esslingen-Ruit. Zusätzlich spielten Sabine Bartel (Querflöte) und Andreas Baumann (Piano) sowie die Jugendkapelle Weiler zum Stein. Der Lohn der Zuhörer: viel Beifall und 1 200 Euro für den Kinderpflegedienst.