Lokales

Großeinsatz für einen guten Zweck

Einen Tag lang gearbeitet, 12 790 Euro für einen sozialen Zweck verdient: Das haben 594 Jugendliche aus dem Kreis Esslingen gemeinsam geschafft. Sie suchten sich im Rahmen der Aktion "Mitmachen Ehrensache" einen Arbeitgeber für ein paar Stunden und spendeten ihren Lohn. In Esslingen konnten die ausgewählten Initiativen nun ihre Schecks entgegennehmen.

KARIN AIT ATMANE

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KREIS ESSLINGEN Acht Stunden lang in einer Demontagehalle von Mercedes-Benz Dreck zusammenfegen, das war am 5. Dezember, dem Aktionstag von "Mitmachen Ehrensache", der Job von Natalie und Maren aus dem Gymnasium Neckartenzlingen. Anstrengend sei das schon gewesen, sagen die beiden 16 und 17 Jahre alten Mädchen, die damit jeweils 64 Euro verdienten. Als "Botschafterinnen" der Aktion waren sie aber noch weitergehend engagiert: Sie haben in ihrer Schule Werbung gemacht, bei potenziellen Arbeitgebern angefragt und schließlich die Einverständniserklärung der Eltern eingeholt.

"Das war schon stressig", sagt Maren. Aber es hat sich gelohnt. Mehr als 100 Jugendliche vom Neckartenzlinger Gymnasium engagierten sich, beinahe so viel wie beim Rekordhalter Otto-Hahn-Gymnasium in Ostfildern. Stolz sein können aber auch alle anderen, die mitgemacht haben, wie Duygu und Sevgi. Erst 14 und 13 Jahre alt, durften sie lediglich zwei Stunden lang beschäftigt werden, waren aber darüber hinaus ebenfalls als Botschafterinnen an der Haupt- und Realschule Burgschule in Köngen aktiv.

"Mitmachen Ehrensache" ist eine landesweite Aktion. Im Kreis Esslingen wird sie vom Kreisjugendring koordiniert. Insgesamt waren hier 365 Mädchen und 229 Jungen von 33 Schulen im Einsatz, darunter auch Schüler aus Lenningen und Kirchheim, Bissingen und Weilheim. Beim Erlös "konnten wir uns sogar steigern gegenüber dem Vorjahr", freut sich KJR-Vorsitzender Dieter Pahlke. Ungefähr 1000 Euro mehr als 2004 kamen dieses Jahr in die Kasse.

Über die Empfänger haben ebenfalls die jugendlichen Botschafter entschieden. Sie verteilten Punkte und wählten insgesamt zwölf Initiativen oder Institutionen aus. Ganz vorne lagen bei ihnen der "Verein Anna", der krebskranke Kinder und ihre Familien unterstützt sowie Wildwasser Esslingen als Beratungsstelle bei sexueller Gewalt. Diese beiden Empfänger erhalten jeweils rund 2800 Euro. Es folgten das Haus Aichele, ein psychotherapeutisches Kinderheim in Beuren und der Arbeitskreis Leben, der in Lebenskrisen und bei Selbsttötungsgefahr berät. Acht weitere Gruppen, von der AWO bis zur Kinder-Kultur-Werkstatt, bekommen kleinere Beträge.

Die Botschafter überreichten im Rahmen einer "Danke-Party" im Esslinger Jugendhaus Komma stellvertretend für alle beteiligten Jugendlichen den vier großen augewählten Zuschussempfängern symbolisch ihren Scheck.