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Großer Erfolg durch Spezialisierung

1964 fing der Firmengründer Pius Eberhard an, in einem Handwerksbetrieb Werkzeuge herzustellen. Heute fertigt das Unternehmen mit 80 Mitarbeitern maßgeschneiderte Anlagen für die Elektroindustrie und blickt in volle Auftragsbücher.

BORIS-MARC MÜNCH

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SCHLIERBACH Die Eberhard AG ist nach Angaben der Firmenleitung ein weltweit führender Anbieter von Anlagen für die vollautomatische Herstellung von Steckverbindern und Stiftleisten. Herzstück der Anlagen sind Montageautomaten, in denen die einzelnen Steckkontakte von einer Endlos-Spule zugeführt und in einem Arbeitsgang gleichzeitig abgetrennt, gebogen und in das Kunststoffgehäuse des Steckers montiert werden.

Wer sich in der Produktionshalle umsieht, entdeckt Anlagen verschiedener Größen, die zwischen 100 000 und 2,5 Millionen Euro kosten. Die Kunden kommen aus den Bereichen Mobilfunk, Telekommunikation und, in den letzten Jahren verstärkt, auch aus der Automobilindustrie, die inzwischen enorme Summen für die Fahrzeugelektronik aufwendet. Die Firma Eberhard unterhält nicht nur eine Konstruktions-, sondern auch eine eigene Softwareabteilung, die eigene Programme für die Maschinen schreibt und mit dem Modem den Draht zum Kunden hält. Hinzu kommen intensiver Service und Beratung bei Design und Montage, sagt Geschäftsführer Martin Haupt.

Nach einer kleinen Durstrecke Anfang der neunziger Jahre, folgte mit dem Siegeszug der Computerindus-trie der Aufschwung für Eberhard. Zwischen 1993 und 1996 habe man sich große Marktanteile erobern können, berichtet Haupt. Als Glücksfall erwies sich dabei für Eberhard die Kooperation mit einem US-Unternehmen: "Ein Mitkonkurrent, der nicht über die technischen Standards verfügte, wie wir", erzählt Haupt. Die Amerikaner hätten zu seiner Überraschung eines Tages einfach an der Tür geklingelt und seiner Firma die Kooperation angeboten. Das US-Geschäft mache inzwischen die Hälfte des Exports aus, die andere Hälfte gehe in die EU und ein geringer Anteil nach Asien. Die Firma Eberhard strebt mit 80 Mitarbeitern in diesem Jahr einen Umsatz in Höhe von 13 Millionen Euro an, nach 10 Millionen im Jahr 1998 und 4,5 Millionen in 1993. Eberhard habe sich auf bestimmte Branchen spezialisiert, sagt Haupt, in diesen Know-how aufgebaut, Alleinstellungsmerkmale erzielt und sich so aus der "Austauschbarkeitsfalle" befreit. "Die Auftragsbücher sind voll. Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet." Ein Teil des Erfolgs liege in der geringen Fluktuation: "Sehr viele Mitarbeiter arbeiten schon seit 25 Jahren bei uns." Eberhard beschäftigt unter anderem Werkzeugmacher, Maschinenschlosser, Ingenieure sowie Maschinen- und Elektrotechniker. Fünf Azubis machen derzeit in dem Betrieb ihre Ausbildung. "Wir sind bestrebt, eigenes Personal nachzuziehen und weiterzubilden", betont Haupt.

Das Unternehmen wird in Form einer Familien AG geführt und verfügt. Sämtliche Aktien befinden sich nach wie vor in den Händen der Familie Eberhard. Die Firma wurde 1964 von Pius Eberhard in einer Garage in der Kirchstraße gegründet, bevor im Jahr 1969 der Umzug in die Schlierbacher Auchtertstraße erfolgte.