Lokales

Großer Schulungsraum mit moderner Technik

Jedem so, wie er's verdient. Demnach hat der Wernauer DRK-Ortsverein gut gearbeitet. Denn als er sein Haus einweihte, in dem weit mehr als 5000 Arbeitsstunden der Rotkreuzhelfer stecken, präsentierte sich der junge Herbst als wunderschöner Altweibersommer. Zudem kamen sehr viele Besucher, um das neue Domizil zu besichtigen und mit dem Ortsverein sein 50-jähriges Bestehen zu feiern.

WERNAU "Das ist der krönende Abschluss", strahlte der Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Pfitzer. "Wir haben eine tolle Anerkennung aus der Bevölkerung." Bisher lagerte das DRK seine Ausrüstung an vier Standorten. Schulungen fanden beengt im Vereinsraum unter der Stadthalle statt. Jetzt ist alles unter einem Dach, inklusive Büro und Jugendraum. Der Schulungsraum ist jetzt groß und mit moderner Technik ausgestattet. Früher waren die räumlichen Verhältnisse sehr beengt. "Dagegen sind wir jetzt in einer Komfortwohnung", sagte Bereitschaftsarzt Dr. Jürgen Haas. "Man sieht, was Wellness alles ausmacht", fügte er schmunzelnd an. Denn der Vereinsraum musste der Wellnesslandschaft weichen und das DRK den Bau eines eigenen Hauses wagen.

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Da das DRK-Haus neben dem Feuerwehrmagazin steht, sei ein echtes Rettungszentrum entstanden, stellte Pfitzer fest. Reibungsverluste, die wegen der räumlichen Distanz entstanden seien, könnten nun verringert und die Zusammenarbeit ausgebaut werden. Das DRK-Haus ist auch ausgerüstet, um im Katastrophenfall Obdachlose zu beherbergen. Dafür wurden in den Garagen Duschen eingebaut, erläuterte Pfitzer.

Bei der Segnung des Hauses hoben Pfarrer Schrenk und Pfarrerin Koch den ehrenamtlichen Dienst am Nächsten hervor. Am Tag der offenen Tür bot das DRK auch einen Einblick in seine Arbeit. Die Wernauer bilden zusammen mit den Plochingern, Aichwaldern, Baltmannsweilern, Deizisauern, Hochdorfern und Reichenbachern eine Einsatzeinheit. Solche Einheiten wurden für den "großen Schadensfall" gebildet, wenn der Rettungsdienst mit der Versorgung der vielen Verletzten überfordert ist, erklärte Haas. Dies kann bei einem Busunglück der Fall sein. Bereitschaftsleiter Julius Schmidt verwies auf die nahen Straßen A 8, B 10 und B 313.

Die Wernauer stellen die Sanitätsgruppe, die den Verbandsplatz aufbaut und die Verletzten kategorisiert in leicht, mittelschwer, schwer und unheilbar. "Eine ganz, ganz knifflige Geschichte", meinte der Bereitschaftsarzt. Außerdem bilden sie die Betreuungsgruppe, die Verletzte und Helfer verpflegt. Zwei bis vier Mal im Jahr üben die Rotkreuzhelfer "für den Tag X, der hoffentlich nie kommt", sagte Haas.

Dass die Wernauer nicht nur beim Bauen, sondern auch im Rettungsdienst ihr Handwerk beherrschen, zeigten die Pokale, die sie ausgestellt hatten. Jüngster Erfolg ist der erste Platz beim internationalen Rot-Kreuz-Wettbewerb im Elsass.

ez