Lokales

Großes Engagement

ESSLINGEN Der ehemalige Sozialdezernent des Landkreises Esslingen, Herbert Müller, ist tot. Er starb am vergangenen Donnerstag im Alter von 81 Jahren. 34 Jahre lang war Herbert Müller für den Kreis tätig gewesen: Von 1954 an arbeitete er beim Landratsamt Nürtingen, nach der Kreisreform war er dem Landkreis Esslingen unterstellt. Dort besetzte er zuletzt den Posten des Sozialdezernenten, bevor er 1988 in den Ruhestand trat.

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1975 hatte der Kreistag Herbert Müller zum Sozialdezernenten gewählt. Der Aufbau einer vielschichtigen Psychiatrielandschaft im Kreis trägt Müllers Handschrift und seine zahlreichen Initiativen im Bereich der Behindertenarbeit fanden Eingang in den Kreisbehindertenplan.

Besonderes Augenmerk richtete Herbert Müller auf die Altenarbeit und deren konzeptionelle Fortentwicklung. Sie erlange landesweit Vorbildcharakter. Für die Liga der freien Wohlfahrtsverbände stand Herbert Müller weit über das dienstliche Maß hinaus zur Verfügung, ebenso wie im Bereich der sozialen Fortbildung, wo er mit Engagement und Initiativen überzeugte. Sein Wissen im sozialen Bereich gab der einstige Sozialdezernenet an nachfolgende Generationen weiter: Er unterichtete an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in Nürtingen und beim Reha-Technikum in Esslingen-Zell.

Von 1968 bis 1988 war Herbert Müller Beisitzer in der Disziplinarkammer beim Verwaltungsgericht Stuttgart. Als ehrenamtlicher Richter wurde er zunächst ans Sozialgericht Reutlingen, anschließend ans Sozialgericht Stuttgart berufen. Zudem war der gebürtige Reutlinger Mitglied im Landesjugendwohlfahrtsausschuss und auf Vorschlag des Deutschen Landkreistags seit 1980 im Hauptausschuss des "Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge". Im Landkreistag Baden-Württembergs war Müller von 1984 bis 1988 im Sozialausschuss als beratendes Mitglied tätig. Hier engagierte er sich in den Arbeitskreisen "Außerstationäre psychiatrische Versorgung" und "Altenhilfe".

Herbert Müller wurde am 1. Oktober 1923 in Reutlingen-Sondelfingen geboren. Nach einer Lehre als Elektromechaniker war er von 1941 bis 1944 Soldat im Zweiten Weltkrieg. Auf seine Ausbildung im mittleren und gehobenen Verwaltungsdienst folgte eine Anstellung als Gemeindepfleger in Bempflingen.

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