Lokales

Großes Staunen im Kloster Bonlanden

Die Senioren des Schwäbischen Albvereins der Ortsgruppe Kirchheim besuchten bei einem Tagesausflug das ehemalige Kloster Ochsenhausen und die Krippe der Franziskanerinnen in Bonlanden.

KIRCHHEIM Per Bus ging es über Ulm und Biberach nach Ochsenhausen zum dortigen Kloster. Der umfangreiche Gebäudekomplex der ehemaligen Reichsabtei ist von einer Mauer umgeben, in die in Abständen kleine Wachtürme eingebaut sind. An der Mariensäule vorbei und über den autofreien Vorplatz gelangten die Senioren in die Klosterkirche, der jetzigen Pfarrkirche Sankt Georg. Die spätgotische dreischiffige Kirche mit dem großen einreihigen aus Eichen- und Nussbaumholz geschnitzten Mönchschor beeindruckt in ihrem barocken Gewand und gibt im Mittelschiff mit den Deckenfresken einen Blick in das Himmelreich des Barocks. Eine Besonderheit ist auch die Joseph-Gabler-Orgel mit ihrem fulminanten Zusammenklang von Farben und Formen. Die Orgel mit 3333 Pfeifen gilt als ein Meisterwerk europäischer Orgelbaukunst. Der Kreuzaltar ist der Mittelpunkt der Kirche.

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Nach diesem Kunstgenuss ging die Fahrt auf der Oberschwäbischen Barockstraße zur Mittagspause nach Berkheim und anschließend zum Franziskanerinnenkloster nach Bonlanden. Die Ausflugsgruppe war angemeldet und wurde von einer Nonne empfangen und in den Medienraum geleitet. Das Koster wurde 1854 gegründet und der Konvent besteht zurzeit aus 38 Personen. Auswirkungen der Überalterung sind auch hier zu spüren. Da das Kloster auch Mutterhaus ist, verbringen einige Nonnen dort ihren Lebensabend.

Im Jahr 1902 wurden für die Krippe aus bisher unbekanntem Besitz holzgeschnitze Figuren, Kulissen, Krippenlandschaften und Bauten erworben. Das unschätzbare Kleinod mit 254 Personen und 124 Tierdarstellungen wurde zunächst nur im engsten Umkreis gezeigt. Nach Renovierung konnte das Kunstwerk ab 1985 im Untergeschoss des Tagungsraumes der breiten Öffentlichkeit ganzjährig zugänglich gemacht werden. Frisch renoviert ist das Krippenmuseum seit dem 5. Januar ein Teil des Gesamtkonzepts für das ehemalige Ökonomiegebäude der Kloster-Landwirtschaft und wird da im ehemaligen Heuboden völlig neu geordnet präsentiert. Es bietet neben der umfangreichen Barockkrippenanlage weitere Krippen aus aller Welt sowie Exponate aus dem südamerikanischen Wirkungsbereich der Franziskanerinnen von Bonlanden.

Vom zentralen Eingangsbereich führt eine zweiläufige Treppe und ein Aufzug zur Museumsebene. Der Besucher wird in eine geheimnisvoll spannende Atmosphäre geführt. Durch eine als Schlüsselloch ausgeführte Öffnung betritt der Besucher die eigentliche Schatzkammer der Bonlander Klosterkrippe, bestehend aus 15 Szenen angefangen mit der Ankündigung des messianischen Reiches durch den Propheten Jesaja, über die Verheißung der Geburt Jesu, bis zur Hochzeit von Kanaa.

Die Sammlung von Weltkrippen wird außerhalb der Schatztruhe präsentiert. Die Ausdrucksform verschiedener Kulturen manifestiert sich auch in den verschiedenen verwendeten Materialien. Als Beispiel zwei extreme Exponate, eine Miniaturkrippe in einer Nussschale, oder Krippefiguren eingeschnitzt in eine von einem Hirschgeweih abgesägte Scheibe.

Im Pilgerraum in der unteren Ebene des Gebäudes trafen sich die Kirchheimer Senioren zu Kaffee und Kuchen. Nicht wegzudenken aus dem Kloster ist die Hostienbäckerei, die im Anschluss an den Pilgerraum untergebracht ist.

wim