Lokales

Großputz für die Weide

Freiwillige packen beim Landschaftspflegetag im Naturschutzgebiet Oberes Lenninger Tal mit an

Ohne festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe ging nichts: Beim diesjährigen Landschaftspflegetag im Naturschutzgebiet Oberes Lenninger Tal war in dem steilen Gelände am Albtrauf Standfestigkeit und Zupacken gefragt.

Das Reisig, das die Ehrenamtlichen zusammentrugen, wurde vor Ort verbrannt.Foto: Volkmar Schreier
Das Reisig, das die Ehrenamtlichen zusammentrugen, wurde vor Ort verbrannt.Foto: Volkmar Schreier

Lenningen. „Passen Sie auf, wo Sie hintreten – bergab geht es manchmal schneller, als einem lieb ist“, ermahnte der Erste Landesbeamte des Landkreises Esslingen Matthias Berg die rund 25 Freiwilligen, die sich zum Mithelfen am Wanderparkplatz Lange Steige im Lenninger Teilort Schlattstall eingefunden hatten. Dass es nicht ganz so viele Mithelfer wie sonst bei den Landschaftspflegetagen waren, führte Berg auf harte Konkurrenz zurück: „Viele müssen sich heute wohl um ihre eigenen Stückle und die Äpfel kümmern.“

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Ziel des traditionellen Landschaftspflegetags im Naturschutzgebiet war es heuer, Reisig von einem steilen Hangstück zu entfernen. Auf der aufgeräumten Fläche soll eine Waldweide entstehen. Ein Arbeitstrupp um Revierförster Alexander Klein hatte dazu die notwendigen Vorarbeiten geleistet und das Areal entbuscht. Nun war es an den Freiwilligen, das Reisig zusammenzutragen und direkt vor Ort zu verbrennen – der Einsatz eines Holzhäckslers verbot sich durch das steile und rutschige Gelände.

Entsprechend schweißtreibend war die Arbeit denn auch: Das Schnittholz musste in den unteren Teil des Hangs geschafft werden, wo bald ein ordentliches Feuer loderte. Dabei auf dem nassen Berghang nicht den Tritt zu verlieren war mindestens genauso eine Herausforderung, wie das nasse und glitschige Gehölz so zu transportieren, dass nicht die Hälfte auf der Strecke verloren wurde. Glücklich schätzen durfte sich, wer dem Hinweis in der Ankündigung gefolgt war und neben stabilem Schuhwerk auch an feste Arbeitshandschuhe gedacht hatte.

Veranstaltet wird der jährlich stattfindende Landschaftspflegetag gemeinsam vom Naturschutzzentrum Schopflocher Alb, dem Referat Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Stuttgart und der Gemeinde Lenningen. Im Turnus werden dabei verschiedene Gebiete beackert: Neben dem Oberen Lenninger Tal sind dies das Ran­decker Maar und das Schopflocher Moor. „Es ist eine gute Tradition, den Landschaftspflegetag im Wechsel zu machen“, meinte Matthias Berg, der selbstverständlich mit anpackte.

Gerne mitgeholfen hätte auch Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Allerdings laboriert der begeisterte Hobby-Fußballer derzeit an einer Oberschenkelverletzung he­rum, die er sich im Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister gegen die Slowakei zugezogen hatte – „ohne Fremdeinwirkung“, wie Schlecht betonte. Somit blieb es diesmal bei der ideellen Unterstützung der Helfer, die nach Abschluss der Arbeit mit einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Lamm für ihren Einsatz belohnt wurden.